1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Brüggen vertieft Kooperation mit Beesel

Brüggen : Brüggen vertieft Kooperation mit Beesel

Löschwasser im Waldgebiet und andere Wege für Lkw-Verkehre waren gemeinsame Themen der beiden Bürgermeister. Im deutsch-niederländischen Dialog geht es aber auch um touristische Angebote.

Seit etwa einem halben Jahr ist Bob Vostermans Bürgermeister der niederländischen Gemeinde Beesel, Partnerstadt der Burggemeinde. Nun besuchte er seinen Brüggener Kollegen Frank Gellen und ließ sich Einblicke in die Gemeindeverwaltung geben. Auf einer gemeinsamen Tour durch das Brachter Depot mit den beiden neuen Quads der Freiwilligen Feuerwehr stand die touristische Nutzung des ehemaligen Depots durch beide Orte im Fokus. Ebenso wurde diskutiert, wie das Grenzgebiet De Witte Steen auf beiden Seiten vom Schwerlastverkehr befreit werden kann.

„Das war das erste Mal, dass ich im Brachter Wald war. Aber ich war vor einiger Zeit mit meinen Töchtern im Tierpark. Ich lerne jetzt die Region kennen“, sagt Vostermans. Bei der Tour durch das Depot war ebenfalls Thema, wie man Wasser in den Wald bekommt, um im Falle eines Brandes auf Löschwasser zugreifen zu können. „Das nächste größere Projekt ist, im Oktober damit zu beginnen, einen neuen Weg für den LKW-Verkehr, der aus dem Tonabbau kommt, zu schaffen“, teilt Bürgermeister Frank Gellen mit. Auch in Beesel stehen große bauliche Maßnahmen an, die LKWs aus dem Ortskern der kleinen niederländischen Gemeinde heraus zu halten. So soll die touristische Attraktivität der Grenzregion gesteigert werden.

Ziel ist es, auch die Gäste des niederländischen Freizeitparks De Lommerbergen in die Region Beesel-Brüggen zu holen. Touristisch steht einiges auf dem Plan, um den Niederländern die Brüggener Region und umkehrt den Brüggenern die Angebote im Bereich Beesel bekanntzumachen. Etwa ist geplant, mit Golfcarts ein Angebot für Menschen zu schaffen, die Probleme haben, lange Strecken zu laufen. So könnten auch sie die Natur im Brachter Wald erleben. Die Stichting Grenze(n)lo(o)s – eine Gruppe engagierter Bürger aus beiden Orten – fungieren als Sammelbecken für alle Ideen, die von dort aus wiederum an Akteure weitergegeben werden.

„Im niederländischen Bereich ist es logisch, dass die Gemeinde etwas startet und ab einem bestimmten Moment die Bürger und Unternehmer mit einem daraus erwachsenen Projekt weitermachen. In Brüggen ist oft die Verwaltung als verantwortlicher Akteur tätig“, hat Bob Vostermans festgestellt. Gellen bestätigt: „In Beesel gibt die Kommune den Impuls, hier wird der Impuls aus der Bürgerschaft an die Gemeinde gegeben.“ Vostermans möchte von der Verwaltung wissen, wie sich die Gemeinde finanziert. „Seid ihr eine gesunde Gemeinde oder ist es schwierig?“, fragt er und vergleicht die Finanzierung der kommunalen Haushalte. „2019 haben wir schwarze Zahlen geschrieben, wie sich Corona auf den Haushalt auswirkt, muss sich noch zeigen“, gibt Jens Leewen vom Sachgebiet Finanzen zu bedenken. Auch Beesel hat etwa mit 200.000 Euro Einnahmen aus der Tourismussteuer gerechnet und man weiß noch nicht, wie sich das Jahr weiterentwickelt.

Wilfried Bouscheljong vom Sachgebiet Bildung/Jugend/Sport/Soziales weist auf den Austausch unter den Lehrern hin. Man stehe in den Startlöchern, nach den Coronaeinschränkungen mit den geplanten Projekten weiterzumachen. „Ich merke, dass es für die Schulen und Vereine selbstverständlich ist, dass wir zusammenarbeiten. Wichtig ist, dass wir alle Bürger über unsere kleinen Ergebnisse informieren und wir weiter eng zusammenarbeiten. Ich habe mich sehr auf den Tag heute gefreut, dass wir jetzt schauen, was wir gemeinsam machen können. Wir leben so nahe zusammen, es wäre doch schön, wenn wir die Grenze, die historisch irgendwann mal gezogen wurde, abbauen können. Es muss zum Beispiel auch für die Fußballvereine ganz normal werden, auch auf der anderen Seite der Grenze zu Spielen anzutreten“, wünscht sich Beesels Bürgermeister Bob Vostermans.

Ein Austausch zwischen den Räten aus Brüggen und Beesel ist am 3. September in Beesel geplant.