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Wasserfuhr-Brüder kehren zu ihren Anfängen zurück

Konzert in Solingen : Wasserfuhr-Brüder kehren zu ihren Anfängen zurück

Die bekannten Jazzmusiker aus Hückeswagen eröffneten mit einem Konzert in der Walder Kirche die Theatertage 2020.

Über den herausragenden Status der Brüder Wasserfuhr in der nationalen wie internationalen Jazzszene muss man keine großen Lobesworte mehr verlieren. Jetzt eröffneten Trompeter Julian und Pianist Roman Wasserfuhr, beide aus Hückeswagen stammend, die Walder Theatertage 2020 – zum Trio erweitert durch den Cellisten Jörg Brinkmann.

Für die Brüder war das Konzert in der Walder Kirche nicht nur ein Wiedersehen mit Solingen, „obwohl wir nur 30 Minuten weg wohnen, haben wir lange nicht mehr hier gespielt“, so Roman Wasserfuhr, sondern auch mit den Theatertagen. Hatte das Duo doch vor vielen vielen Jahren schon einmal bei der Veranstaltung gastiert – „damals noch im Museum Baden“, wie sich Peter Wirtz, Schulleiter der FALS und Macher der Theatertage, in seiner Begrüßung erinnerte.

Im Gepäck hatte das Trio am Freitagabend die Songs ihrer aktuellen Platte: „Relaxin’ in Ireland“. Doch auch ältere Songs fanden sich in der Setlist, etwa das wunderbare Cover von Stings „An Englishman in New York“. Wobei mit „Relaxin’“ die Grundstimmung des Konzertes bereits treffend beschrieben ist, denn nur selten wurde das Energielevel einmal angehoben. Was der Akustik der Kirche perfekt entsprach, die für alle Musiker ja stets eine Herausforderung darstellt. Es sei denn, man spielt Orgel, scherzte Roman Wasserfuhr. In der Pressemitteilung von „Relaxin’ in Ireland“ wird die Herangehensweise der Brüder treffend beschrieben: „Musik entsteht nie im luftleeren Raum. Orte, an denen sie gespielt wird, inspirieren und prägen ihren Ausgang, als wären sie ein weiteres Instrument.“ Und ein Ort war eben nicht nur das Tonstudio in Irland, sondern am Freitag eben auch ein Konzertsaal, in diesem Fall die Kirche.

Doch nicht nur mit ihrer Musik schaffte das Trio viele intime, teilweise sogar kammermusikalische Jazz-Momente, sondern auch durch den sympathischen Kontakt zum Publikum. So erzählten Roman und Julian zu fast jedem Stück eine Anekdote. Etwa, das Anlass für das Stück „Cello Bello“ der Anblick Jörg Brinkmanns in Badehose bei einem Schwimmausflug in Irland war. Oder dass das Stück „Schnaff“ eine Ode an die eigene gleichnamige Biersorte ist, denn in Hückeswagen betreiben die Brüder in ihrer Freizeit eine kleine Brauerei. Eine Leidenschaft, der die Wasserfuhrs schon seit ihrer Jugend nachgehen, denn „in Hückeswagen konnte man als Jugendlicher nirgends ein Bier trinken gehen“ – und im nahegelegenen Wipperfürth auch nicht, wie Julian lächelnd anmerkte.

Ihr mit großem Applaus und Standing Ovations vom Publikum gefeiertes Konzert beendete das Trio dann mit einem Dankeschön – an Peter Wirtz. „Das haben wir eben spontan beschlossen“, kündigte Roman Wasserfuhr mit Blick auf den Theatertage-Macher die Zugabe an: „You are a Friend of mine“.