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Mit Solingens Bahnhöfen geht es weiter abwärts

Stationsbericht des Verkehrsverbundes : Mit Solingens Bahnhöfen geht es weiter abwärts

Viermal Rot, einmal Grün: Im VRR-Stationsbericht überwiegen wieder schlechte Noten. Eine Verbesserung erscheint eher unwahrscheinlich.

Es bleibt dabei. Die meisten Solinger Bahnstationen gehören nicht gerade zu jenen Orten in der Stadt, die durch eine hohe Aufenthaltsqualität bestechen. Wobei es die Bahn-Tochter DB Station und Service nun noch einmal Schwarz auf Weiß bekommen hat. Denn im neuesten Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), der in der vergangenen Woche veröffentlicht worden ist, schneiden die meisten Haltepunkte beziehungsweise Bahnhöfe in der Klingenstadt einmal mehr ausgesprochen schlecht ab.

Einzig der Hauptbahnhof in Ohligs wusste die Tester des VRR zu überzeugen. Die anderen Stationen hingegen landeten allesamt in der negativsten von insgesamt drei Kategorien und erhielten im Stationsbericht 2019 eine rote Gesamtbewertung. Was wiederum im Vergleich zum Vorjahr noch einmal eine Verschlechterung darstellt, waren im Bericht für 2018 doch „nur“ drei statt aktuell vier Solinger Haltepunkte sowie Bahnhöfe durchgefallen.

 Damit sind die Stationen der Stadt wieder auf den Stand aus dem Jahr 2017 gefallen. Seinerzeit waren die kleineren S-Bahn-Halte Schaberg, Mitte, Grünewald sowie Vogelpark in den Augen der Tester ebenfalls schon einmal in ihrer Gesamtheit mit einem roten Punkt versehen worden und demzufolge durchgefallen.

Bahnhof Schaberg Dabei traf es den Bahnhof Schaberg im Osten der Stadt dieses Mal besonders hart. Denn während die kleine Station in unmittelbarer Nähe zur Müngstener Brücke 2018 immerhin mit einer mittleren Bewertung (Gelb) davon gekommen war, langte es im zurückliegenden Jahr nicht mal mehr dazu. Zwar vermochte der Bahnhof 2019 in der Kategorie „Funktion“ sowohl an den Zugängen, als auch auf den Bahnsteigen zu gefallen. Indes hinterließen die Graffiti auf dem ganzen Bahnhofsgelände einen so schlechten Eindruck, dass es am Ende lediglich zu einem roten Gesamt-Punkt langte.

Bahnhof Mitte Ein Urteil, das auch dem Bahnhof Mitte zuteil wurde. Wie in den Vorjahren rangiert die im Jahr 2007 eröffnete Station weiter im unteren Bereich der Benotungsskala. Der Grund: An Zugängen sowie Bahnsteigen stören nach wie vor Graffiti, derweil die Sauberkeit in weiten Bereichen gleichsam zu wünschen übrig ließ.

Haltepunkt Grünewald Die mit Abstand schlechteste Bewertung der Solinger Stationen bekam allerdings der Haltepunkt Grünewald. Egal ob Sauberkeit, Funktion oder Graffiti – in keiner einzigen Kategorie genügte Grünewald auch nur mittleren Ansprüchen. Was wiederum zur Folge hatte, dass die Station am Zwillingswerk durchgehend mit Rot gekennzeichnet wurde.

Haltepunkt Vogelpark Nicht viel besser sieht es in Ohligs an der Station Vogelpark aus. Dort langte es – dank vorhandener Rampen – einzig bei der Funktionalität der Zugänge zu einem grünen Teilpunkt. Alle anderen Bereiche erhielten hingegen Gelb oder gar Rot – und die kleine Station der S 1 im Gesamturteil somit Rot.

Hauptbahnhof Die große Ausnahme bei den Solinger Bahnstationen bildet lediglich der Hauptbahnhof in Ohligs. Am verkehrstechnischen Eingangstor der Klingenstadt zahlte sich zum wiederholten Male aus, dass die Bahn in den vergangenen Jahren etwas mehr als neun Millionen Euro in die Hand genommen hatte, um den Bahnhof auf Vordermann zu bringen. Eine Mühe, die sich lohnte. Der Hauptbahnhof erreichte in allen Kategorien die maximale Bewertung und wurde mit einem grünen Gesamtpunkt ausgezeichnet.

Inwieweit die schlechten Ergebnisse der Solinger Stationen (abgesehen vom Hauptbahnhof) eine Änderung bringen, bleibt indes abzuwarten. Denn wie ein VRR-Sprecher jetzt betonte, besitze der Verbund keine Möglichkeiten, die DB Station und Service zu Maßnahmen zu zwingen. Höchstens sanfter Druck scheint denkbar. „Wir können durch den Stationsbericht einzig eine Öffentlichkeit erzeugen“, sagte der Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.