Solingen: Besucheransturm in Freibädern

Freibäder : Solinger Bäder auf Rekord-Kurs

Der Sommer 2018 treibt die Solinger in die Bäder. Heidebad und Ittertal melden ein Besucher-Plus. Der Rekord von 2003 liegt aber in weiter Ferne.

Der bisherige Hitzesommer 2018 hat zunächst einmal eine kleine Pause eingelegt. Bei eher moderaten Temperaturen von gerade noch etwas mehr als 20 Grad wagten sich zum gestrigen Start in die fünfte Ferienwoche nur einige wenige Unerschrockene ins städtische Heidebad in Ohligs, um dort ein paar Bahnen zu ziehen. Doch dies vermag den Verantwortlichen der Bädergesellschaft Solingen die gute Laune zurzeit keineswegs zu verderben. Denn in diesem Jahr sind bereits jetzt so viele Gäste in die Ohligser Heide gekommen wie seit langem nicht mehr.

So zählten die Schwimmmeister im einzig verbliebenen städtischen Freibad bis Ende der vergangenen Woche genau 42.225 Besucher. Und im zweiten Solinger Bad im Ittertal, wo seit der Öffnung im Frühsommer rund 35.000 Erholungssuchende die Tore der idyllisch gelegenen Anlage passiert haben, ist man mit dem Verlauf der diesjährigen Badesaison 2018 ebenfalls ausgesprochen zufrieden.

„Wir stehen deutlich besser da als in den zurückliegenden Jahren“, fasste der Leiter der Freizeitbetriebe im Ittertal, Thomas Czeckay, die jüngste Entwicklung am Montag zusammen. Zwar seien die Zeiten, in denen an die 60.000 Gäste pro Saison gekommen seien, wohl vorbei. Gleichwohl  bedeuteten die aktuellen Zahlen eine durchaus erfreuliche Wendung – zumal, wie Czeckay betonte, „der Sommer ja noch nicht vorbei ist“.

Auf weitere schöne Wochen im August beziehungsweise im September spekuliert auch die Stadt. „Je nachdem, wie das Wetter mitspielt“, habe das Jahr 2018 im Heidebad das Zeug, zu einem der erfolgreichsten der vergangenen fast zwei Jahrzehnte werden, hieß es nun aus dem Solinger Rathaus. Unter Umständen könnte zuletzt sogar der Sprung in die Top drei seit der Jahrtausendwende stehen.

Der Grund: Momentan rangiert der „Jahrhundertsommer“ 2018 im Vergleich mit den Jahren seit 2000 auf Platz  vier. Wobei ihn lediglich noch etwas mehr als 4500 Besucher von dem Gästeansturm des Jahres 2001 trennen, als knapp 49.000 Gäste ins Heidebad strömten. Und sogar eine Einstellung der Bilanz von 2006 mit schlussendlich 53.687 Besuchern erscheint im Bereich der Möglichkeiten, derweil die 73.130 Badegäste aus dem Rekordjahr 2003 wohl auch diesmal nicht zu erreichen sind.

Was die Zuversicht bei der Bädergesellschaft indes genauso wenig zu trüben imstande ist wie die augenblickliche „Kälte“-Periode. So nutzten die Schwimmmeister den eher überschaubaren Besucherzuspruch am Montag dazu, einige erforderliche Routinearbeiten in Angriff zu nehmen. „Beispielsweise stand die Reinigung des Beckens, der Duschen sowie der Toiletten an“, sagte eine Sprecherin der Stadt, die überdies darauf verwies, dass auch schon der Zeitplan für den kommenden Herbst stehe.

Dann werden nämlich Reparaturen an der Technik vorgenommen werden, etwa an der Filteranlage, die überholt werden muss. Der große Wurf in Sachen Renovierung lässt allerdings nach wie vor auf sich warten, da die Haushaltslage im, Rathaus angespannt bleibt. Um die Etatkonsolidierung voranzutreiben, wird der  städtische Zuschuss von 80.000 Euro im laufenden Jahr für 2019 auf 50.000 Euro zurückgefahren.

Und auch die positive Besucherentwicklung der vergangenen Wochen trägt keineswegs dazu bei, das Heidebad wieder auf gesunde Füße zu stellen. Denn wie die Stadtsprecherin unterstrich, hat selbst ein warmer Sommer Schattenseiten. „Bei gutem Wetter fallen naturgemäß höhere Kosten für Wasser und auch für Personal an“, teilte die Bädergesellschaft mit.