Weinfest in Solingen-Unterburg

Weinfest : Erlesene Tropfen in Unterburg

Heiko Kahlenberg hatte zum dritten Mal zum Probieren eingeladen. Er erhielt großen Zuspruch.

Nicht nur in der Innenstadt, auch in Unterburg gab es am Wochenende erlesene Tropfen. Zum dritten Mal hatte Heiko Kahlenberg zum Weinfest in den Alte-Kunst-Weinkeller eingeladen. Auf der Wupperinsel an der Schlossbergstraße waren nicht nur Probierstände aufgebaut, sondern es gab auch ein großes Unterhaltungsprogramm, das bis zum späten Abend von den vielen Gästen aus Solingen, Remscheid und Wermelskirchen wahrgenommen wurde. Ein Gast erzählte: „Das Weinfest hat sich bis nach Düsseldorf rumgesprochen.“

Im Gegensatz zum vorigen Jahr, als man den Wein auch in den Lagerräumen verkosten konnte, spielte sich am Wochenende alles draußen ab, begünstigt durch angenehm warmes Wetter. Nur zu den stündlich angebotenen Führungen begaben sich die Interessenten ins Innere des Weinkellers und ließen sich von der Französin Evgenia Panova vom Château Mont Plaisir über die Köstlichkeiten informieren.

Vor drei Wochen hatte Alte-Kunst-Chef Heiko Kahlenberg das Weingut von Evgenia Panova in der Provence auf seiner 6000 Kilometer langen Urlaubsreise durch alle französischen Weinanbaugebiete besucht und sie nach Solingen eingeladen. Panova brachte einige Weißwein- und Rosé-Proben mit, die viel Anklang fanden. Die Gäste konnten für zehn Euro ein Weinglas entgegennehmen, mit dem sie überall den angebotenen Wein verkosteten. Wer dann Lust auf mehr hatte, deckte sich mit einer Flasche nach Wunsch ein und genoss auf den mit Hussen geschmückten Tischen und Bänken das Angebot.

Mit Domaine Rosier aus Limoux nahe der spanischen Grenze war ein weiterer Anbieter aus dem Nachbarland gekommen. Yann Koebel kam kaum nach, die Wünsche nach Champagner und Crémant zu erfüllen. Immer wieder schüttete er Eisstückchen in die großen Schalen, um die Flaschen kühl zu halten und größtmöglichen Genuss zu garantieren: „Unsere Cuvée Ma Maison gibt es in Weiß und Rosé, gemischt ist der Wein aus Chardonnay, Pinot und Chenin.“ Auch die kaum bekannte Rebsorte Mauzac fehlte nicht im Cuvée-Mix. Die deutschen Weine kamen aus Bad Dürkheim in der Pfalz. Sowohl der Rieslaner als auch die Weiß- und Rotwein-Cuvées, die es unter dem Namen „Grundstock“ gab, wurden den neuen Trends entsprechend vegan ausgebaut. Welche Weinsorten gemischt wurden, wurde nicht verraten: Das ist das Geheimnis des Winzers.

Bei der schönen Atmosphäre auf der Wupperinsel stand zwar der Weingenuss im Vordergrund, aber auch das Essen mit exquisiten Speisen vollendete das Vergnügen. Willi Kahlenberg, Vater des Veranstalters, kam wie in den Vorjahren aus Heinsberg. Er empfahl besonders seine Linguine mit Trüffelsoße und das Irish-Hereford-Roastbeef.

Der Weingenuss veranlasste einen Besucher zu einer Wette, die er mit dem Einsatz von 50 Euro auch gewann. Der 25-jährige Julian Löwe wollte am Kinderschminktisch von Kim Isik zu einem sibirischen Tiger geschminkt werden – das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die aus Köln kommende Kulturanthropologin war mit einem großen Schminkkoffer gekommen und sagte: „Neben den Kindern sind es heute die attraktiven Männer, die für jeden Unfug bereit sind.“

Zu den Ausstellungsstücken im Café mit alter Kunst steuerte der Solinger Stefan Seeger seine Kunstwerke bei, überall waren seine Markenzeichen zu finden: Frösche und Königsköpfe.