Solingen: Auf den Spuren der Krankenhaus-Buslinien

Serie Stangentaxi & Co.: Der Ersatz für die Krankenhaus-Linie 35

Die heutige Buslinie 690 wurde 1977 eingeführt, als die Besuchszeiten im Klinikum auf täglich erweitert wurden.

Fahrgäste steigen an der Endhaltestelle „Eschbach“ nur selten ein und aus. Hier an der Stadtgrenze zu Haan gibt es lediglich wenige Häuser und einen Reiterhof. Manchmal sind Spaziergänger dabei, die hier am Itterbach und Nümmener Bach auf dem Klingenpfad unterwegs sind.

Dass seit anderthalb Jahren überhaupt wieder regelmäßig Dieselbusse der Linie 690 den Wendeplatz am unteren Ende der Bausmühlenstraße anfahren, hat damit zu tun, dass zum 1. Januar 2017 die Kleinbuslinie 688 eingestellt wurde. Seitdem ist die Siedlung Fürkelt entlang der Eipaßstraße wieder vom öffentlichen Nahverkehr abgenabelt – bis auf jeweils zwei Ausnahmen in den Morgenstunden und am Nachmittag: Seit knapp einem  Jahr wird die 690 vier Mal am Tag nach Lindgesfeld Nord über das Naturfreundehaus, Nordpol, das Klingenmuseum und Gräfrath verlängert.

Frei nach dem Prinzip „Aller guten Dinge sind drei“ hat die Linie 690 auf ihrem 12.590 Meter langen Streckenverlauf noch eine dritte Endhaltestelle. Nach dem Walder Marktplatz gabelt sich der Streckenverlauf in zwei Äste. Abwechselnd im Stundentakt wird entweder der Eschbach über Westersburg angefahren oder Obenitter vorbei an der Freizeitanlage Ittertal mit dem Freibad beziehungsweise der Eissportanlage (je nach Jahreszeit).

Alternativ geht es vorbei an der Freizeitanlage Ittertal nach Obenitter. Foto: Meuter, Peter (pm)
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Seit der Einführung am 2. Mai 1977 haben die Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen immer wieder an der Streckenführung der einstigen Buslinie 20 gefeilt. Diese verdichtete damals die Strecke Innenstadt – Krankenanstalten – Wald auf einen 15 Minuten-Takt. Zur selben Zeit wurden im heutigen Klinikum die auf mittwochs und sonntags beschränkten Besuchszeiten auf täglich erweitert. „Somit konnte die eigens für diese beiden Tage eingesetzte Krankenhaus-Linie 35 entfallen“, blickt SWS-Pressesprecherin Silke Rampe zurück.

Ein weiterer Grund der Einrichtung der seinerzeit neuen Linie 20 war der Anschluss des Wohngebiets Fuhr an das Busnetz über die Heresbachstraße, Fuhrstraße und Ehrenstraße. Heute ist hier die Linie 693 (Graf-Wilhelm-Platz – Aufderhöhe) unterwegs. Endstation war der „Talblick“ und fuhr noch nicht durch nach Obenitter. Der Linienast nach „Eschbach“ hingegen wurde durch die „23“ beziehungsweise der „693“ bedient, die aus Aufderhöhe und Merscheid kam. Mit der Einführung der dreistelligen Busnummern Anfang 1980 wurde aus der „20“ die „690“.

Serie In regelmäßigen Abständen stellen wir immer samstags eine Buslinie der Verkehrsbetriebe der Stadtwerke Solingen aus einem besonderen Blickwinkel vor – nächste Folge am 25. August: die Obuslinien 685/686.

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