Solingen: Konzept City 2030 wird erarbeitet

Einzelhandel: Der innerstädtische Handel braucht neue Impulse

Die City muss Leerstand und neue Laufwege verkraften. Mit dem Konzept City 2030 kann die Stadtverwaltung neue Impulse geben, Hauseigentümer und Händler müssen aber mitspielen.

Die Solinger Innenstadt hat nicht nur ein Problem, sondern gleich mehrere. Zum einen sind es die vielen leerstehenden Ladenflächen entlang der Hauptstraße, die zur Tristesse beitragen. Zum anderen haben sich die Laufwege deutlich verändert.

Die Hauptstraße und die Clemens-Galerien sind längst nicht mehr die Anziehungspunkte. Insbesondere das Lumen, Solingens einziges großes Kino – mal abgesehen vom Programm-Kino in der Cobra – zieht gleichwohl die Menschen zum Mühlenplatz. Warten ist hier aber weiter angesagt, und man kann dem neuen Eigentümer der erst im Jahr 2000 eröffneten Clemens-Galerien nur die Daumen drücken, das er seine Pläne zur Wiederbelebung der Einzelhandelsflächen rund um den Mühlenplatz verwirklichen kann.

Mit der in Kürze geplanten Ansiedlung von Intersport Borgmann hat der Standort Clemens-Galerien aber schon einmal eine Aufwertung erfahren. Wenn aber gleich nebenan sich der Kaufhof nächstes Jahr von Solingen verabschiedet, schwächt das einmal mehr die Solinger Innenstadt. Die hat mit dem 2013 eröffneten Einkaufszentrum Hofgarten einen Anziehungspunkt. Aber auch hier ist festzustellen, dass seit der Eröffnung längst nicht alle zur Verfügung stehenden Ladenflächen vermietet werden konnten.

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Die Stadtverwaltung kann allerdings nicht dafür sorgen, den Immobilien-Eigentümern Einzelhandelsmieter zu vermitteln. Wohl aber ist es Aufgabe der Stadtentwicklung, für eine entsprechende Infrastruktur zu sorgen und Konzepte zu entwickeln, in die sich Bürger, Immobilien-Eigentümer und Investoren mit einbringen können. Die Kreativ- und Standortoffensive City 2013 ist so ein Projekt, mit dem beispielsweise für die in der Vergangenheit oft vernachlässigte Nordstadt viel Positives  umgesetzt werden konnte. Das Hof- und Fassadenprogramm ist dabei nur ein Bestandteil eines Konzeptes mit dem Ziel, die Innenstadt zu attraktivieren. Frische Farben an Häusern in de City – das sieht allemal besser und anziehender aus, als wenn tristes Grau den Ton angibt. Vor allem, wenn dann auch noch der Leerstand das Stadtbild verdunkelt.

Das allein reicht aber nicht aus. In Arbeit ist deshalb ein neues Konzept, mit dem auch mit Mitteln des Landes wieder einige Bausteine umgesetzt werden können. City 2030, das zurzeit erarbeitet wird, kann aber auch nicht die Lösung aller Probleme sein. Wohl aber ist die Erkenntnis in den vergangenen Jahren gereift, dass viel zu viele Einzelhandelsflächen in der Innenstadt vorhanden sind. Hier soll und muss der Versuch unternommen werden, mit entsprechenden Ideen dem Einzelhandelsleerstand mit Wohnnutzung zu begegnen. Dafür müssen aber die Eigentümer mitspielen. Die Stadt und auch das Innenstadtmanagement können hier  Anreize schaffen.

Solingen ist umzingelt von Oberzentren wie Köln, Düsseldorf und auch Wuppertal. Solinger, die dorthin zum Einkaufen wollen, haben es nicht weit. Von daher kann der klingenstädtische Einzelhandelsstandort auf Dauer nur überleben, wenn er das Besondere anbietet. Qualität und nicht Quantität muss hier im Vordergrund stehen. City 2030 sollte auch hierfür Abstöße geben.