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NRW-Innenminister Reul lobt in Solingen die Unfall-Helfer

Herbert Reul zu Gast bei den Johannitern in Solingen : NRW-Innenminister lobt Unfall-Helfer

Auch wenn die Gäste aus der Politik in der ersten Reihe saßen – die Hauptfiguren waren andere: Denn der NRW-Landesverband der Johanniter Unfall-Hilfe begrüßte am Samstag im Bürgersaal der evangelischen Stadtkirche am Fronhof das neue Jahr und würdigte zugleich treue Mitarbeiter für ihre Dienste.

Zum Beispiel Marion Schneider: 2003 war sie mit ihrer Hündin in die Rettungshundeeinheit eingestiegen und wurde so zum Schutzengel für viele in Not Geratene. Später rief sie den Besuchshundedienst für einsame und kranke Menschen ins Leben. Oder Ulrich Hoffmann: Seit 1975 ist er dabei, ob im Sanitätsdienst, der Einsatznachsorge, als Gruppenführer im Katastrophenschutz oder Leiter zweier Einrichtungen für Flüchtlinge. „Auf sie ist immer Verlass“, sagte der ehrenamtliche NRW-Vorstand Hans von Tiesenhausen vor den rund 250 Zuhörern – und verlieh den beiden Mitstreitern die Verdienstmedaille und damit höchste Auszeichnung des Landesverbandes.

Die größte Ehrung der Unfall-Helfer überhaupt – die Ehrennadel mit Band – wurde wenige Minuten später wiederum Dieter Guderley zuteil: Er war vor 43 Jahren zu den Johannitern gekommen und erwarb sich durch die Koordination von Ehrenamt und seine Leistungen in Jugendarbeit und Katastrophenschutz viel Anerkennung.

Die zollten wiederum auch die Gastredner den Unfall-Helfern und Katastrophenschützern aus dem Bundesland: „Sie tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft funktioniert“, betonte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), der am Samstag als Gastredner in die Klingenstadt gekommen war und gleich die Gelegenheit nutzte, auf eigene Errungenschaften zu verweisen: Dazu zählte er etwa die Einführung eines eigenen Referats zur Stärkung des Ehrenamtes in seinem Ministerium. Er berichtete von den Befragungen der Hilfsorganisationen, deren Ergebnis in eine Imagekampagne einfließen sollen, um mehr Menschen zu einem Engagement im Katastrophenschutz zu bewegen. Diesem Zweck soll auch der Katastrophenschutz-Tag in Bonn am 27. Juni dienen, den Reul ebenfalls ankündigte. Außerdem sagte er den Gästen zu, sich für eine Reduzierung des Verwaltungsaufwandes für die Helfer einzusetzen.

Offene Türen rannte er damit beim neuen Landesvorstand Udo Schröder-Hörster ein. Der lobte auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das der Stadt Solingen Recht darin gab, private Rettungsdienstanbieter von der Ausschreibung für Notfalltransporte auszuschließen. „Es wurde höchste Zeit, dass dem Lohn-Dumping in diesem Bereich Einhalt geboten wurde“, kommentierte Schröder-Hörster.

Zu den Herausforderungen der Zukunft zählte er die Folgen des Klimawandels, wie besondere Unwetter. „Wir leben in einer an Umbrüchen reichen Zeit“, sagte er. Der Neujahrsempfang des Johanniter-Landesverbandes findet jedes Jahr in einer anderen Stadt statt - im vergangenen Jahr war Dortmund Schauplatz der Zusammenkunft gewesen.

Dafür, dass dieses Mal Solingen als Standort auserkoren wurde, hatte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) eine ganz eigene Erklärung: „Schließlich haben die Johanniter auf Schloss Burg vor 830 Jahren ihre Kommende errichtet.“ Die Unfallhelfer lobte auch er für ihren Einsatz für Menschen in Not wie zum Beispiel in der Solinger Kältehilfe für Wohnungslose.