Solingen: In der Innenstadt wird der zweite Zebrastreifen angelegt

Verkehrssicherheit in Solingen : Den Zebrastreifen ist es noch zu kalt

Die neue Mittelinsel auf der Friedrichstraße in der Innenstadt wird diese Woche fertiggestellt. Für das Auftragen der Farbe für den Zebrastreifen braucht es allerdings wärmere Temperaturen.

Zebrastreifen sind nicht nur im Stadtbezirk Mitte eine Rarität, obwohl sie doch der Verkehrssicherheit dienen. Die roten „Orientierungsstreifen“ am Busbahnhof Graf-Wilhelm-Platz sind ohnehin keine. Und ginge es nach der neuen Polizeichefin Claudia Schepanski sollten die roten Streifen dort möglichst schnell durch eine verkehrsrechtlich „zulässige Querungshilfe“ ersetzt werden.

Einzig die weißen Streifen vor dem Postgebäude an der Birkerstraße, die samt Mittelinsel im Mai 2018 angelegt worden waren, erfüllen im Stadtbezirk Mitte den Anspruch eines Zebrastreifens mit entsprechendem Vorrang für Fußgänger. Bis zur Umsetzung dieses ersten Zebrastreifens in der City vergingen nach einer Empfehlung der Bezirksvertretung Mitte mehr als eineinhalb Jahre.

Bezirksbürgermeister Richard Schmidt freut sich, dass jetzt bald eine sichere Querung der Friedrichstraße in Höhe des Zentrums für Betreuung und Pflege möglich ist. Foto: Vetter, Uwe (uwv)

Im November 2017 wurden von der Bezirksvertretung Mitte und dem Planungsausschuss ein weiterer Zebrastreifen samt Mittelinsel beschlossen, diesmal für die Friedrichstraße in Höhe des dortigen Zentrums für Betreuung und Pflege „Am Kirschbaumer Hof“, damit nicht nur die dort wohnenden Senioren eine sichere Querung auf ihrem Weg in die City bekommen. Schon lange vor dem Beschluss wurde aber über die Notwendigkeit eines Zebrastreifens samt Mittelinsel zumindest politisch diskutiert. Allerdings zunächst ohne Erfolg.

Bei der Stadt sprachen sich die Verkehrsplaner grundsätzlich gegen Zebrastreifen aus, weil er Fußgängern nur eine Pseudosicherheit biete. Auch bei der vielbefahrenen Friedrichstraße hatte man sich lange dagegen gesträubt. Sie wird gerne als Innenstadt-Umfahrung genutzt. 1000 Fahrzeuge pro Stunde seien keine Seltenheit. Dies hat die Verkehrsbehörde der Stadtverwaltung einmal vor Jahren errechnet und darauf gepocht, dass in Höhe des Zentrums für Betreuung und Pflege Am Kirschbaumer Hof „weder eine Lichtzeichenanlage, noch ein Zebrastreifen an dieser Stelle in Betracht kommen“. Ampel oder Zebrastreifen würden den Verkehrsfluss empfindlich stören.

Nun sind Mittelinsel und Zebrastreifen dennoch in Sicht – mehr als zwei Jahre nach dem politischen Beschluss. Neben den Bezirksvertretern und den Mitgliedern des Planungsausschusses hatte sich unter anderem auch die Geschäftsführerin des Vereins „Lebensherbst“, Petra Krötzsch, dafür eingesetzt: „Es wird dringend Zeit dafür, es grenzt an ein Wunder, dass dort noch nichts passiert ist.“, so Krötzsch.

Anfang Dezember des vergangenen Jahres wurden schließlich die Bauarbeiten unter der Prämisse aufgenommen, dass stets beide Fahrspuren genutzt werden können. „Die Mittelinsel wird diese Woche fertig“, sagt die städtische Pressesprecherin Sabine Rische. Die Beleuchtung sei ebenfalls bereits angepasst worden.

Das freut Richard Schmidt (SPD): „Es wird auch langsam Zeit, dass an der Friedrichstraße eine sichere Querung für Fußgänger ermöglicht wird“, sagt der Bezirksbürgermeister von Mitte, „alte Leute können dann ohne Gefahr über die Friedrichstraße kommen“.

Noch ist aber weiter Geduld gefragt. Denn bis die Zebrastreifen auf die Straße gemalt werden können, vergeht wohl noch eine unbestimmte Zeit. Die ist dem Wetter geschuldet. Sabine Rische: „Wir brauchen verlässlich zweistellige Temperaturen und einige Tage zuvor muss es trocken sein. Erst dann kann die Farbe für die Zebrastreifen aufgetragen werden.“