Rommerskirchen: St. Martinus: Sanierung ist auf der Zielgeraden

Rommerskirchen: St. Martinus: Sanierung ist auf der Zielgeraden

Heute soll die Restaurierung der vier von einem großen, aber unbekannten Altar stammenden Relieftafeln in St. Martinus enden.

Mehr als 40 Jahre waren sie in der Pfarrkirche St. Martinus nicht zu sehen: "In der ersten Etage des Kirchturms" haben die vier Altarreliefs, von denen zwei die in diesen Tagen restauriert werden, nach den Worten von Matthias Schlömer, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Martinus wie der Pfarreiengemeinschaft Rommerskirchen/Gilbach, die meiste Zeit seit 1970 verbracht.

Nachdem vergangenen Herbst Darstellungen von Jesu Fußwaschung der Jünger und des letzten Abendmahls fachgerecht aufgearbeitet wurden, sind die Diplom- Restauratorin Sabine Hermes, ihre Kollegen Markus Tönnes und Susanne Kummer derzeit mit den beiden Reliefs im Bereich des Taufbeckens beschäftigt. Eines zeigt das Wunder der Brotvermehrung, das andere Petrus und die Apostel, wobei offen ist, ob dies eine pfingstliche Darstellung ist oder die vorhergehende Aussendung der Jünger zu Christi Himmelfahrt zeigen soll.

Die Maße aller vier Reliefs zeigen an, dass "sie zusammengehören", wie Sabine Hermes sagt: Für Experten ist klar, dass sie ursprünglich zu einem sehr großen Altar gehört haben müssen und ihre Entstehungszeit auf etwa Ende des 19. Jahrhunderts zu datieren ist. Von der Qualität der Holzschnitzarbeiten hatte sich Sabine Hermes bereits im vergangenen Jahr begeistert gezeigt. Bei der jetzigen Arbeit gehe es darum, den Substanzverlust zu stoppen. Zunächst werden die Reliefs akribisch gereinigt. Ist der Staub entfernt, werden helle Flecken auf dem Relief mit Aquarellfarben und dort, wo es nötig ist, mit Blattgold erneuert. Hermes empfiehlt, die Reliefs einmal jährlich zu säubern.

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Die im Sommer 2016 begonnenen Reparaturarbeiten in St. Martinus haben inzwischen den Charakter einer Generalsanierung angenommen. Die geht durchaus zur Erleichterung von Matthias Schlömer ihrer letzten Etappe entgegen. Für 2019 ist demnach "nach 30 Jahren die Reinigung und Überholung der berühmten Schorn-Orgel" vorgesehen, wie Schlömer sagt. Spielt das Erzbistum Köln mit, käme danach der Martinus-Altar rechts neben dem Altarraum für eine Sanierung in Betracht.

Mit der Figur des Pfarrpatrons hat es übrigens eine besondere Bewandtnis. Auch wenn zu Füßen der Plastik heute eine Gans die Identität des heiligen Martin bekräftigen soll, kann dies letztlich nicht völlig darüber hinwegtäuschen, dass die Figur ursprünglich den heiligen Nikolaus darstellen sollte: Bei genauem Hinsehen zu erkennen ist etwa, dass die für Nikolaus-Darstellungen gängigen drei goldenen Kugeln irgendwann von der Figur entfernt worden sein müssen. Monsignore Franz Josef Freericks, bis 2017 Pfarrer auch von St. Martinus, hatte stets seine besondere Freude an der Statue des Pfarrpatrons, die in den 1970-er Jahren sein Vorgänger Johannes Brendgen für die Nettesheimer Gemeinde hatte gewinnen können.

Hatte Schlömer 2016 die Kosten für die Gesamtsanierung noch mit einer sechsstelligen Summe "im unteren Bereich" umschrieben, mag er sich aktuell hierzu überhaupt nichts mehr entlocken lassen.

(NGZ)
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