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Rommerskirchen: 825 Jahre Eckum: Alle sollen mitfeiern

Rommerskirchen : 825 Jahre Eckum: Alle sollen mitfeiern

In zwei Jahren jährt sich die urkundliche Ersterwähnung Eckums zum 825. Mal. Ein Festkomitee hat sich bereits gegründet. Ideen sind schon vorhanden, weitere werden gesucht, so am 6. Mai bei einem Bürgertreff auf der Festwiese.

Sein 800-Jahr-Jubiläum hatte Eckum 1995 ungefeiert passieren lassen, ähnlich wie es 1962 in Butzheim der Fall war. Wurde dort die 1000-Jahr-Feier 1987/1988 "nachgeholt", bereitet sich Eckum gleichermaßen rechtzeitig auf sein 825-Jahr-Jubiläum vor, das 2020 fällig wird. Klar ist für Martin Lambertz und seine Mitstreiter vom bereits gegründeten Festkomitee, "dass das keine Veranstaltung des Bürgerschützenvereins (BSV), sondern ein Fest von Eckumern für Eckumer werden soll". Wenngleich das Festkomitee sich bislang ausschließlich aus BSV-Mitgliedern zusammensetzt, sind Neuzugänge jederzeit erwünscht.

Eine Gelegenheit, solche zu rekrutieren, ist ein Bürgertreff, zu dem das Festkomitee für übernächsten Sonntag, 6. Mai, ab 11 Uhr auf die Festwiese am Steinbrink einlädt. "Über eine rege Beteiligung der Dorfgemeinschaft an diesem Tag würden wir uns ebenso freuen wie über die Bereitschaft Einzelner, sich an den Vorbereitungen des Jubiläumsfestes zu beteiligen", sagt Martin Lambertz.

Eine Detailplanung für das Jubiläumsjahr gibt es noch nicht. Nach bisherigem Stand soll am 19. und 20. September in einem Festzelt am Steinbrink gefeiert werden. Das Datum ist nicht zufällig gewählt, denn am 20. September 2020 wird die evangelische Kirche das Erntedankfest feiern. Erste Gespräche mit der Kirche gibt es Lambertz zufolge bereits. Schon 2014 war der vom 2017 verstorbenen Lokalhistoriker Paul-Rolf Essel konzipierte Historische Wanderweg durch Eckum in Kooperation von Schützen und Kirche eröffnet worden.

"Übers Jahr verteilt", soll es nach Lambertz' Worten bei diversen Veranstaltungen auch um die Historie Eckums gehen. Das für das Jubiläum markanteste Datum ist natürlich die urkundliche Ersterwähnung Eckums. Graf Theodor von Hochstaden schloss damals einen Vertrag, in dem er ein ihm zuvor übertragenes "allod" (einen freien Besitz aus fränkischem Erbeigentum) seinerseits an die Abtei Knechtsteden übertrug. Dabei handelte es sich um den heutigen Steinbrückerhof, der im Hochmittelalter Sitz der Ritter vom Steynbrinke war und als Keimzelle der Ortsentwicklung gilt. Eckum selbst firmierte damals noch als Ekkincheim, später dokumentierte Ortsnamen lauten Ecginchem (1212), Eggenheim (1257), Ecginckeym (1297) oder Eckeym (1609), bis sich dann irgendwann Eckum einbürgerte. Die historische Ersterwähnung ist natürlich nicht der förmliche Gründungstag eines Orts. Eckum in seiner über Jahrhunderte hin gewachsenen Grundstruktur ist Paul-Rolf Essel zufolge eher während der fränkischen Rodungs- und Siedlungsperiode im 6. oder 7. Jahrhundert entstanden.

Wie Lokalhistoriker Josef Schmitz schreibt, gab es 1670 gerade einmal 26 Häuser in Eckum. Einen regelrechten Aufschwung erlebte das Dorf, als es Ende des 19. Jahrhunderts zum Bahnhofsstandort wurde. Auf dem Bahnhofsgelände wurde früher übrigens auch Schützenfest gefeiert, woran sich Heinz-Willi Vetten als langjähriges Vorstandsmitglied noch erinnert.

(NGZ)