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Rheinberg: Eine Kopfweide erinnert an die Laga

Rheinberg und die Landesgartenschau : Laga-Kopfweide wächst nun im Stadtpark

Wiederverwertung: Der Baum, der während der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort am wir-4-Pavillon gestanden hat, ergänzt jetzt den Pfad am Moersbach. Die Hochbeete der Laga werden Rheinberger Schulen zur Verfügung gestellt.

Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort ist vorbei und Geschichte. Auch wenn durch die Corona-Pandemie zahlreiche geplante Angebote und Beiträge nicht zustande gekommen sind, so hat Rheinberg als Nachbarkommune doch einiges vom Rahm der Laga abschöpfen können. Der stärkste Beitrag war sicher die Ausstellung „Alltagsmenschen“, mit der das Stadtmarketing in Rheinberg ein dickes Ausrufezeichen in die Sommer- und Herbstzeit gesetzt hat. Zahlreiche Menschen haben die anrührenden Betonfiguren in die Stadt gelockt.

Nun hat die Stadt sich auch noch etwas Grünes gesichert. Eine Kopfweide mit einer Stammhöhe von zwei Metern, die als Symbol für den Niederrhein auf dem Areal des roten wir-4-Pavillons auf dem Laga-Gelände stand. Der Budberger Gärtner Ralf Marquardt hat sie zusammen mit seinem Sohn Tobias in Kamp-Lintfort im Windschatten des alten Förderturms ausgegraben und im Rheinberger Stadtpark eingepflanzt. Nun steht der noch zarte Baum, der in dieser Größe rund 250 Euro gekostet hätte, hinter der Bahnlinie am Weg entlang des Moersbachs.

Ralf Marquardt zeichnete auch für den Bau der Hochbeete verantwortlich, die vorm Laga-Pavillon standen und dort als ökologischer Blickfang dienten. Vier dieser Holzkisten waren dort ausgestellt, sechs weitere – zu drei Blöcken zusammengefasst – warben auf dem Lindenplatz neben dem Alten Rathaus für die Laga. Auch dort bepflanzt mit der Symbol-Blume der Laga: Die orangefarbene Blume namens „Kallis Sonnenschein“ ist „made in Rheinberg“ oder genauer „made in Eversael“. Das Unternehmen Dümmen Orange hat die Pflanze extra für die Landesgartenschau gezüchtet.

Wie die Weide kommen auch die Hochbeete zurück nach Rheinberg beziehungsweise bleiben in der Stadt. „Wir stellen sie unseren Schulen zur Verfügung“, erläuterte Bürgermeister Dietmar Heyde. „Die zuständige Fachbereichsleiterin Helga Karl hat sich mit den Schulen in Verbindung gesetzt und nachgefragt, wer gerne solche Hochbeete hätte.“ Die Grundschulen am Bienenhaus in Millingen und am Deich in Wallach sind bereits mit jeweils zwei Hochbeeten beliefert worden. Jeweils zwei weitere gehen an die Katholische Grundschule St. Peter, an die Grundschule am Annaberg und an die Europaschule. 

Eine Kopfweide und mehrere Hochbeete – das soll nur ein Anfang sein, unterstrich Bürgermeister Heyde: „Ein ökologischer Baumpfad durch Rheinberg soll ergänzt werden.“ Dass in Rheinberg ausgerechnet eine Kopfweide an die Landesgartenschau erinnert, freue ihn. Dieser Baum stehe wie kein anderer für den Niederrhein.

Wirtschaftsförderer Thomas Bajorat ist froh, dass die Stadt schnell den Finger gehoben hat, als es darum ging, die Laga-Bestände zu verteilen. Er erinnerte daran, dass vor allem Rheinberg am wir-4-Pavillon gut vertreten gewesen sei. Bajorat: „Wir hatten zahlreiche Aktionen dort. Die Rheinberger Künstlerin Ulrike Meier hat eine Skulptur ausgestellt, wir hatten die Hochbeete, und die Frauen aus dem Tu-was-Integrationsprojekt haben ihre Skulpturen präsentiert, die ihre Vorstellungen von Alltagsmenschen ausdrücken.“

Dietmar Heyde und Thomas Bajorat griffen am Donnerstag am Moersbach zur Schüppe und unterstützten Ralf und Tobias Marquardt beim Einsetzen der Laga-Kopfweide.