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Moers: Kamp-Lintforter meldet sich freiwillig nach Unfall mit „Alltagsmenschen“

Fall in Moers geklärt : 22-Jähriger meldet sich freiwillig nach Unfall mit „Alltagsmenschen“

Polizeibeamte in Rheinberg versuchen seit Tagen, die Zerstörungen der Betonfiguren der Künstlerin Christel Lechner aufzuklären. In Moers meldete sich am Dienstag ein 22-jähriger Kamp-Lintforter bei der Stadt.

Die sinnlose Zerstörung der „Alltagsmenschen“ in der vergangenen Woche hat viele Menschen aufgewühlt, sie betroffen, traurig oder wütend gemacht. Im Rheinberger Stadtpark waren noch vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung der Bildhauerin Christel Lechner in der Nacht zu Freitag fünf der lebensgroßen Betonfiguren mit roher Gewalt zerschlagen worden. Das Stadtmarketing hat sich, obwohl entsetzt, nicht entmutigen lassen und die Ausstellung im schönen Rahmen mit Reden und Jazz-Musik am Stadthaus eröffnet.

Kaum war der erste Schock über die Zerstörung überwunden, kam die Nachricht, dass auch in Moers eine Alltagsmenschen-Figur zu Bruch gegangen ist – auch dort ging man davon aus, dass es sich um einen Vandalismus-Fall handelte. Am Dienstag meldete sich allerdings ein 22-jähriger Kamp-Lintforter bei der Stadt, der sagte, es sei ein Unfall gewesen. Er entschuldigte sich und will alles wieder gut machen. Bevor die Kreispolizei davon Kenntnis hatte, reagierte sie und richtete eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Alltagsmenschen“ ein, die mit Hochdruck an der Aufklärung arbeitet – jetzt nur noch in Rheinberg. „Diese Ermittlungsgruppe ist bei der Kriminalpolizei angesiedelt“, erläutert Timm Wandel, Pressesprecher der Kreis Weseler Polizei, auf Nachfrage. „In dieser Gruppe sitzen Fachleute aus Polizeikreisen, die sich vor Ort auskennen. Was sie jetzt tun, ist kriminalpolizeiliche Puzzle-Arbeit.“

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Es geht in erster Linie darum, Zeugen zu finden. Die Beamten werden auch mal „Klinken putzen“ – sprich: bei Anwohnern anklingeln und nachfragen – und versuchen, eine Spur zu finden. Aus wie vielen Polizisten die Ermittlungsgruppe besteht, sagte Timm Wandel nicht, nur so viel: „Es sind mehrere Kollegen.“ Der Polizeisprecher: „Wir sind auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Auch die kleinste Beobachtung kann hilfreich sein.“ Da sich bis jetzt noch keine heiße Spur ergeben habe, bitten die Beamten dringend darum, dass sich Zeugen bei der Polizei melden und etwaige Beobachtungen mitteilen.

Wer zur Aufklärung der Taten im Rheinberger Stadtpark am späten Donnerstag, 9. Juli, beitragen kann, wird gebeten, Hinweise an die Polizei in Kamp-Lintfort unter der Telefonnummer 02842 934-0 weiterzugeben.