Radsport : Tolles wird seiner Rolle gerecht

Zwei von drei Wettbewerben des Omniums gewannen Joachim Tolles und Patrick Oeben, ein zweiter Platz im Derny-Rennen reichte den beiden ehemaligen Büttgenern, um ihr "Heimatrennen" am Sonntagnachmittag vor Robert Bengsch und Erik Mohs für sich zu entscheiden

Der ganz große, der allerletzte Triumph blieb Joachim Tolles gestern Nachmittag versagt: Im Derny-Rennen, dem letzten und spektakulärsten Wettbewerb um den "Großen Preis der Sparkasse Neuss" innerhalb des 49. Büttgener Straßenrennens, musste sich der Jungprofi aus Uedesheim um Reifenlänge gegenüber Robert Bengsch geschlagen geben.

Doch weil der 25-Jährige und sein fünf Jahre jüngerer Partner Patrick Oeben in den beiden voraufgegangenen Disziplinen, einem Ausscheidungsrennen und einem Kriterium, jeweils als Erste über den Zielstrich auf dem Berliner Platz gefahren waren, reichte es zum Gesamtsieg vor Robert Bengsch und Erik Mohs.

Was Joachim Tolles entsprechend zufrieden konstatierte: "Dieses Rennen wollte ich schon immer gewinnen", meinte der Uedesheimer, der ebenso wie Patrick Oeben das kleine Einmaleins des Radsports beim VfR Büttgen erlernt hat. Beide treten jetzt für das Team Raiko Argon 18 in die Pedale, beide werden aber weiterhin von Hans-Peter Nilges trainiert. Entsprechend zufrieden nahm der Radsport-Abteilungsleiter des VfR Büttgen das Endergebnis denn auch zur Kenntnis: "Vor allem Patrick Oeben ist ganz stark gefahren." Schließlich hatte der 20 Jahre alte Geilenkirchener bereits das Bahnrennen hinter sich, bei dem er an der Seite von Robert Bengsch Platz drei belegt hatte.

Für Joachim Tolles bedeutete der Erfolg bei seinem "Heimatrennen" bereits den zweiten Saisonsieg nach dem bei der "Runde von Uedem" und einem zweiten Platz in Rhede. Eine ausgezeichnete Frühform also für den Uedesheimer, der versucht, seine Karriere als Radprofi und seine Ausbildung zum Physiotherapeuten bei der medicoreha in Neuss unter einen Hut zu bringen. "Dabei war ich im März drei Wochen krank", wundert sich der 25-Jährige selbst ein bisschen über sein augenblickliches Leistungsvermögen, glaubt aber den Grund zu kennen: "Ich war danach nicht wie üblich zum Trainingslager auf Mallorca, sondern im Schwarzwald. Das hat es wohl gebracht."

Immerhin verwies er gestern starke Konkurrenz auf die Plätze: Robert Bengsch ist Sieger des Bremer Sechstage-Rennens und hatte mit dem deutschen Bahnvierer bei der WM in Apeldoorn Platz sieben belegt. Alexander Aeschbach, 2004 Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren, hatte in Bremen Rang zwei belegt, Andreas Müller, der international für Österreich startet, wurde in Apeldoorn Achter im Zweier-Mannschaftsfahren. "Die momentan besten Sechstagefahrer musst du auch auf der Straße erst einmal schlagen", lobte Christian Stoll die "tolle Vorstellung von Tolles."

Der Sprecher des Bremer Sechstagerennens hatte zwei Tage lang gekonnt und (manchmal ein bisschen zu) launig mit Henning Tonn durch die Veranstaltung geführt. Mit seinem Urteil stand er am Ende nicht alleine: "Das hat Spaß gemacht — hier in Büttgen hat der Radsport noch Zukunft."

(NGZ)