Hockey : HTC klettert wieder an die Spitze

Nach dem hart erkämpften 5:4-Sieg über den bisherigen Zweitliga-Tabellenführer Großflottbeker THGC hat es der HTC Schwarz-Weiß Neuss wieder in der eigenen Hand, den Aufstieg in die Hockey-Bundesliga zu schaffen. Allerdings muss dazu die Defensivarbeit deutlich besser werden als gestern.

Der Jubel war eher verhalten gestern Mittag auf dem sonnenüberfluteten Kunstrasen an der Neusser Jahnstraße. Denn der HTC Schwarz-Weiß Neuss weiß aus eigener leidvoller Erfahrung nur zu genau, dass der 5:4-Sieg (Halbzeit 2:1) im Spitzenspiel gegen den bisherigen Tabellenführer Großflottbeker THGC nur die halbe Miete auf dem Weg zurück in die Feldhockey-Bundesliga bedeutet.

Entsprechend fiel auch die Ansprache von Andreas Bauch nach 70 eher kampfbetonten und dramatischen denn niveauvollen Minuten aus: "Ich will, dass jetzt jeder konzentriert weiterarbeit. Es ist zwar schön, dass wir gewonnen haben — aber wir haben noch nichts erreicht", meinte der Trainer mit Blick auf die noch ausstehenden fünf Meisterschaftsspiele. Noch allzu frisch ist die Erinnerung daran, dass die Neusser in der vergangenen Saison den Tabellenführer Harvestehuder THC auch zwei Mal besiegt hatten, dann aber durch eine unnötige 1:2-Niederlage bei SW Köln doch noch den Aufstieg verspielten. Mit dem Sieg haben die Schwarz-Weißen zumindest ihr Etappenziel erreicht: "Jetzt haben wir es wieder selbst in der Hand, genau das war unser Ziel", freute sich Manager Horst Busse, nachdem er erst einmal tief durchgeatmet hatte. Denn seiner nach einem Herzinfarkt gerade wieder hergestellten Gesundheit war der gestrige Spielverlauf nicht unbedingt förderlich.

Die Gastgeber hatten bereits nach vier Minuten die erste Schrecksekunde zu überstehen, als Großflottbek die erste Strafecke zugesprochen bekam, allerdings an der schwarz-weißen Abwehrformation scheiterte. Die Neusser machten es auf der Gegenseite jedoch nicht besser: Erst scheitert Sebastian Draguhn mit Ecke an GHTC-Keeper James Lewis (7.), die zweite Ecke verstolpern die Neusser dann kläglich (15.). Schrecksekunde Nummer zwei nach 20 Minuten, als Patrick Joseph das Spielgerät aus nächster Nähe an den Kopf donnert. Doch mit Kopfverband über blutender Platzwunde kann er weiterspielen. Zwei Minuten später die Führung: Sebastian Draguhn wird im Torraum zu Fall gebracht, Patric Lunau-Mierke verwandelt den fälligen Siebenmeter sicher.

Der Ausgleich durch einen Rückhandschuss des sträflich ungedeckten Sven Wohlfahrt (27.) macht deutlich, dass die SW-Defensive gestern ausgesprochen anfällig war. Weides Führungstreffer im Nachschuss (32.) beantworteten die Gäste nach der Pause durch einen Doppelschlag: Lecht trifft per Ecke zum 3:2 (42.), Meissner bringt den GHTC sogar erstmals in Führung (45.). Glück für den HTC, dass ihm postwendend durch eine Ecke von Lunau-Mierke der Ausgleich gelingt, noch mehr Glück, dass vier Minuten später Johannes Wolf mit seinem Siebenmeter an HTC-Torhüter Lennard Leist scheitert. Zwei Tore (63., 67.) von Sebastian Draguhn, gerade von einer Zeitstrafe wegen Meckerns wieder aufs Feld zurückgekehrt lassen die Neusser dann jubeln, denn mehr als der Treffer durch Ferdinand von Oertzen (7.) gelingt den Gästen nicht.

(NGZ)