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Radsport: Müller gewinnt "Spurt in den Mai"

Radsport : Müller gewinnt "Spurt in den Mai"

Hauchdünn mit einem Punkt Vorsprung entschieden Andreas Müller und Christoph Schweizer den "Spurt in den Mai" für sich. Nach den eher tristen Vorjahren feierte das Bahnrennen im Büttgener Sportforum dank einer engagierten Vorstellung der Fahrer seine Wiederauferstehung.

Andreas Müller strahlte: "Ich war schon so oft in Büttgen, da wollte ich wenigstens ein Mal gewinnen." Am Samstagabend ging dieser Wunsch in Erfüllung, steht der Name des 31-Jährigen "endlich in der Liste mit den vielen Beikirch-Siegen verzeichnet", schmunzelte der international für Österreich startende Berliner.

Von hinten kommend, hatte er mit einem beherzten Endspurt den letzten Wettbewerb des Omniums der Asse um den "Großen Preis der Finanzgruppe", das Derny-Rennen hinter den Schrittmacher-Motorrädern, und damit auch den gesamten "Spurt in den Mai" für sich entschieden, nachdem ihn sein sechs Jahre jüngerer Partner Christoph Schweizer in Position gefahren hatte.

Das Duo hatte am Ende hauchdünn mit 19 Punkten die Nase vorn vor Erik Mohs und Christoph Schübbe, die es auf insgesamt 18 Zähler brachten. Einen weiteren Zähler zurück folgte der Sieger des Bremer Sechstagerennens, Robert Bengsch, der im Laufe des Abends immer besser mit seinem Partner Patrick Oeben harmonierte. "Von ihm hatte ich vorher noch nie gehört, dafür ist er Klasse gefahren", lobte er den 19-Jährigen, der beim VfR Büttgen groß wurde und im vergangenen Jahr noch für das Team Sportforum in der Junioren-Bundesliga um Punkte fuhr. Welch großen Sprung Oeben gemacht hat, zeigte der Geilenkirchener am Tag darauf, als er zusammen mit Joachim Tolles das Omnium auf der Straße für sich entschied.

Die anderen drei Mannschaften hatten mit der Entscheidung am Vorabend des 1. Mai schon früh nichts mehr zu tun. Vor allem der erst 18-Jährige Daniel Scherring, 2008 Deutscher Jugendmeister im Sprint, musste erkennen, dass der Weg zur Männerspitze noch verdammt weit ist. Da half ihm auch all die Erfahrung des achtfachen Sechstage-Siegers und Zweiermannschafts-Europameisters von 2004, Alexander Aeschbach, nichts — mit elf Punkten belegten sie noch hinter Sven Krauß und Christopher Muche (12) den fünften Rang. "Das war schon ziemlich hart", meinte Scherring, noch nicht ahnend, dass es für ihn am nächsten Tag, auf der Straße mit Christoph Schübbe fahren, nicht einfacher würde.

Trotzdem fand das neue Konzept, Routiniers wie Aeschbach (36) und Müller mit blutjungen Fahrern zu "paaren", viel Anklang: "Eine gute Idee", befand etwa Andreas Müller, "die Jungs lernen viel und das Feld wird dadurch so ausgeglichen, dass viel Spannung aufkommt."

Die Zuschauer sahen das ähnlich. Zwar waren sie immer noch nicht so zahlreich gekommen, wie es sich Cheforganisator Friedhelm Kirchhartz im Vorfeld gewünscht hatte. Doch der Innenraum war gut, die Tribünen zumindest besser gefüllt als in den vergangenen beiden Jahren. Robert Bengsch war sogar "überrascht, wie viele Zuschauer hier waren." Auf jeden Fall war die Stimmung deutlich besser als bei den eher tristen vorhergehenden Auflagen, was wohl auch an den neuen Wettbewerben lag, die sich Andreas Beikirch ausgedacht hatte. Darunter auch ein Rundenrekordfahren — Robert Bengsch und Erik Mohs schraubten die Bestmarke für den Kilometer auf 58,7 Sekunden.

(NGZ)