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Sportforum in Büttgen bei den Radstars sehr beliebt

Radsporttradition in Büttgen : Sportforum bei den Radstars sehr beliebt

Die Sportforum Kaarst-Büttgen ist eine der herausragenden Sportstätten im Rhein-Kreis Neuss. Regelmäßig schauen Topfahrer vorbei, um auf der Radbahn zu trainieren und zu testen, aber auch der Vereinssport profitiert.

Auch wenn das Sportforum in Büttgen als Multifunktionshalle wegen der Corona-bedingten Einschränkungen aktuell für den Breiten- und Freizeitsport nicht zur Verfügung steht, herrschte dort in dieser Woche Hochbetrieb. Denn als eine der herausragenden Sportstätten im Rhein-Kreis Neuss genießt die traditionsbehaftete Radrennbahn einen unverändert guten Ruf in der Szene, so dass sie nach wie vor sehr gerne von Profiteams zu Trainings- und Testzwecken genutzt wird. Am Montag und am Mittwoch waren die Frauen vom Team Canyon//SRAM Racing vor Ort, am Dienstag machte auf dem Heimweg von Belgien ein kleiner Teil des Männer-Profiteams BORA-hansgrohe Station in dem Kaarster Stadtteil. 

„Wir finden hier einfach gute Bedingungen vor und können unser Ding durchziehen“, sagt Maximilian Schachmann. Der 27-Jährige Berliner gehört zu den erfolgreichsten deutschen Radsportlern der vergangenen Jahre, Mitte März verschaffte er sich einen Eintrag in die Geschichtsbücher, indem er als erster Deutscher überhaupt zweimal in Folge die Rundfahrt Paris-Nizza gewann. Jüngst bestritt er mit seinem Team die Ardennen-Klassiker mit dem Abschluss Lüttich-Bastogne-Lüttich am vergangenen Sonntag. Dass ihn das Podium beim Amstel Gold Race und die beiden Top-Ten-Platzierungen bei La Flèche Wallonne und in Lüttich nicht zufriedenstellten, zeigt seine gestiegenen Ansprüche an sich selbst. „Da habe ich nicht das Optimum rausgeholt“, betont Schachmann.

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Der Abstecher ins Sportforum zusammen mit seinem österreichischen Teamkameraden Patrick Konrad und zwei Technikern soll dazu beitragen, dass er künftig dem Optimum näherkommt. Mit Blick auf die großen Rundfahrten wie die Tour de Suisse und die Spanien-Rundfahrt sowie möglicherweise die Olympischen Spiele („Ich bin optimistisch, dass ich nominiert werde“) wurde an Sitzpositionen und der Aerodynamik getüftelt. Obwohl Schachmann schon lange im Geschäft ist, war er das erste Mal in Büttgen, hat die Vorzüge aber schnell erkannt: „Die Halle ist optimal, weil hier alles sehr unkompliziert ist und die Gegebenheiten kurzfristig genutzt werden können.“

Großen Anteil daran hat zum Beispiel Hermann Schiffer, der beim Trägerverein Sportforum Kaarst-Büttgen die Hallenbelegung koordiniert und versucht, für die Profis alles möglich zu machen. Die Radrennbahn in Büttgen hat in ihrer langen Geschichte schon viele Stars der Radsportszene zu Wettkämpfen und zu Trainingseinheiten angelockt, in jüngerer Vergangenheit waren beispielsweise auch die luxemburgische Nationalmannschaft, Nils Politt und Lennard Kämna (beide ebenfalls BORA-hansgrohe) sowie die viermalige Weltmeisterin Lisa Brennauer auf dem Holzoval unterwegs. Am Mittwoch drehte als Teil des Frauenteams von Canyon//SRAM Racing auch die sowohl national als auch international überaus erfolgreiche Lisa Klein ihre Runden – übrigens unter den Augen des früheren Sprinterkönigs Erik Zabel. Er kennt den Rhein-Kreis Neuss aus seiner aktiven Zeit als Teilnehmer zahlreicher Rennen in Neuss und Büttgen und durch Besuche als Manager des Radherstellers Canyon bestens.

„Die Bahn genießt in der Fachwelt einen exzellenten Ruf“, sagt Franz-Josef Kallen in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins. Das hat den nicht ganz unwesentlichen Effekt, dass die regelmäßigen Besuche der Profiteams durch die Bahnmiete Geld in die Kasse spült, das für dringend erforderliche Sanierungsarbeiten benötigt wird. Aktuell werden zum Beispiel die Sanitäranlage in allen Bereichen auf Vordermann gebracht. Doch die ganz große Modernisierung steht noch bevor, der Trägerverein plant bekanntlich zusammen mit dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Kaarst eine Investition in Millionenhöhe, um das Sportforum energetisch und in Sachen Barrierefreiheit auf den neusten Stand zu bringen. Dabei ist Franz-Josef Kallen ganz wichtig, dass hauptsächlich der Freizeit- und Breitensport davon profitiert: „Die Nutzung des Sportforums entfällt zu 90 Prozent auf Kaarster Sportvereine.“