Basketball : TG fehlt das Quäntchen Glück

In einem ungemein intensiv geführten Duell unterlagen die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss in heimischer Humboldt-Halle dem ASV Moabit Berlin mit 63:65. Der Siegkorb gelang Olena Gulyamova in letzter Sekunde.

Viel bitterer geht es kaum. Nach großem Kampf traf die Ukrainerin Olena Gulyamova die TG Neuss mit ihrem Korb zwei Sekunden vor Schluss zum 65:63 (Halbzeit 30:24) bis ins Mark. "Das ist einfach nur traurig", stellte Trainerin Janina Pils daraufhin fest: "Zuerst kommst du super zurück und dann kriegst du am Schluss eins in die Fresse!"

In der Tat wäre für dieses ans Herz gehende Zweitliga-Duell zweier junger und extrem williger Basketball-Teams ein Remis das einzig gerechte Ergebnis gewesen. Und weil das so ist, tat sich die Neusser Trainerin auch schwer, den Grund für die so unglückliche Heimniederlage herauszufiltern. "Es könnte an tausend Kleinigkeiten gelegen haben", sagte sie. Vielleicht am verpatzten Start: Die körperlich stärkeren Berlinerinnen, bei denen gleich sieben Spielerinnen mehr als 20 Minuten auf dem Parkett standen, waren vor allem im ersten Viertel (18:8/9.) deutlich präsenter als ihr Gegner. Spätestens ab der 22. Minute (28:30) aber war es ein Fight auf Augenhöhe.

Die beiden Kontrahenten unterschieden sich eigentlich in nichts: In der Defensive gingen sie aggressiv zu Werke, störten das Aufbauspiel des Gegners oft schon in dessen Hälfte. In der Offensive fehlte dann mitunter die Ruhe, den hart erstrittenen Ballbesitz gewinnbringend abzuschließen. So standen für Neuss am Ende 25 Ballverluste zu Buche, Moabit gab das Leder 23 unfreiwillig aus der Hand. Darum war es fast logisch, dass das Ganze auf einen Krimi hinauslaufen musste. 1:03 Minute vor Schluss hatte Julia Kleen die Gastgeberinnen nach einem Offensivrebound mit 63:61 in Front geworfen. Auch weil die TG den Gästen danach gleich vier Versuche gestattete, um durch Janina Thurau auszugleichen, monierte Pils: "Wir haben vielleicht einen Offensiv-Rebound zu viel zugelassen." Nach einer Neusser Auszeit startete die Turngemeinde 42 Sekunde vor Ende der Partie ihren Angriff. Danina Skrobek nahm den offenen Wurf von weit draußen, traf aber nur den Ring. Besser machte es auf der anderen Seite Gulyamova.

Dass ausgerechnet Danina Skrobek (2/8 Würfe aus dem Feld) das Glück erzwingen wollte, nahm Pils ihr nicht übel. "Ich will ja, dass die Mädchen Verantwortung übernehmen – und zwar alle." Dass das gutgehen kann, bewiesen die Gäste, für die Daniela Vogel (zum 57:52/37.) und Gulyamova (zum 60:56/38.) in der Endphase wichtige Dreier (insgesamt 3/10) im Netz unterbrachten. Trotz der nur allzu verständlichen Enttäuschung, wertete Pils das Ergebnis nüchtern: "Ich bin jetzt nicht sauer. Wir haben nie gesagt, dass wir um die Spitze mitspielen werden. Außerdem halte ich Moabit nach Chemnitz für die stärkste Mannschaft in dieser Liga."

(NGZ)