Lokalsport: Janina Pils hört bei den Tigers auf

Lokalsport: Janina Pils hört bei den Tigers auf

Nach den Play-offs macht die Trainerin des Basketball-Zweitligisten Schluss.

Am Mittwochabend teilte Janina Pils der Mannschaft ihren Entschluss mit: Nach den Play-offs um den Aufstieg ins Oberhaus ist für sie als Trainerin des Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers Feierabend. "Ich habe das Gefühl, dass ich in Neuss fertig mit", begründete die 34-Jährige, die in ihrer Heimatstadt Oberhausen im Mai ein Referendariat als Lehrerin antritt. "Ich denke, ich habe hier viel bewegt und könnte jetzt versuchen, das Erreichte zu verwalten. Aber ich will vorankommen - und das ist in Neuss nicht möglich. Das meine ich nicht als Vorwurf."

Nach mehr als anderthalb Jahrzehnten im Trainerjob, davon insgesamt sieben Spielzeiten in Neuss, fühle sie eine gewisse Müdigkeit. "Ich mache das, seit ich 18 bin. Und das ist superschön, aber auch wirklich anstrengend." Darum werde sie in der nächsten Saison auch definitiv für keinen anderen Verein als Chefcoach tätig sein. Und damit ist der Fall für die an medialer Aufmerksamkeit in eigener Sache nur mäßig interessierte Trainerin erstmal erledigt. Sie stellt klar: "Jetzt ist keine Zeit für Emotionen, wir haben eine Aufgabe zu erledigen!" Für das letzte Match der Hauptrunde am Sonntag (16.30 Uhr) in heimischer Elmar-Frings-Sporthalle gegen den TuSLi Berlin gibt sie ihrem Team diese Ziele vor: Lichterfelde ist der einzige Kontrahent, den die Tigers in dieser Saison noch nicht geschlagen haben. Im Hinspiel hatten die Neusserinnen auch ohne ihre verletzte Regisseurin Briana Williams mehr als 39 Minuten geführt und dann doch noch mit 63:65 verloren. "Darum ist das Einzige, was zählt, Berlin zu schlagen", sagt Janina Pils. Damit würden sich die Gastgeberinnen hinter den Panthers Osnabrück außerdem die Vizemeisterschaft im Norden sichern und damit das Heimrecht in der nach dem Modus "Best of Three" ausgespielten Play-off-Serie gegen Wolfenbüttel.

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Und schließlich will die Trainerin ihre Tigers schon jetzt in Topform sehen, "nicht erst gegen Wolfenbüttel." Dass ihre Mädels zuletzt etwas durchhingen - sichtbare Ergebnisse waren die klaren Niederlagen in Osnabrück (57:84) und in Wolfenbüttel (59:87) -, hatte sie noch entschuldigt. "Das ist ein natürlicher Prozess innerhalb einer Saison. Die Spannung immer hochzuhalten, ist nicht möglich. Wir sind keine Maschinen, keine Profis." Doch damit sei es jetzt vorbei, verspricht sie. "Es geht wieder um was - und das haben alle verstanden." Allerdings gibt es Probleme mit dem Personal: Für Yanina Todorova ist die Saison nach dem in Wolfenbüttel erlittenen Nasenbeinbruch beendet. Die fällige Operation wird sie daheim in Bulgarien vornehmen lassen. Sera Asuamah-Kofohs Nase ist zwar nicht gebrochen, aber ein Haarriss bereitet ihr große Schmerzen. Auch Julia Duggans Riechorgan hatte in Wolfenbüttel gleich zu Beginn etwas abbekommen, die US-Centerin war kurzzeitig ausgeknockt, kann aber spielen.

Das ist gut, denn auch ohne die bärenstarke Ireti Amojo ist TuSLi ein Team mit Format. Werte wie ein US-Profi legt Nyara Sabally (18) auf.

(NGZ)