Korschenbroich : Feuerwehr-Pläne stocken

Wegen des Gewerbesteuereinbruchs wurde der Ausbau des Glehner Feuerwehr-Gerätehauses vorerst vertagt. Die Ratsfraktionen wollen sich in ihren Haushaltsberatungen damit beschäftigen. Die Wehr benötigt mehr Platz.

Die Freiwillige Feuerwehr blickt mit Spannung auf die Haushaltsberatungen im November. Insbesondere in Glehn liegen aktuelle Planungen nach dem Gewerbesteuereinbruch um 7,9 Millionen Euro auf Eis. Der Ausbau des Glehner Feuerwehr-Gerätehauses, mit dem eigentlich in diesem Jahr begonnen werden sollte, verzögert sich daher weiter. Auch in anderen Stadtteilen benötigen die Löschgruppen mehr Platz.

Wie sich die Freiwillige Feuerwehr im Stadtgebiet in Zukunft entwickelt, das steht alles im Brandschutzbedarfsplan. Mit Glehn und Kleinenbroich sollen zwei Gerätehäuser erweitert werden. Für Pesch ist langfristig ein Neubau vorgesehen. Der Fünf-Jahres-Plan wurde am 31. März 2011 von der Ratsmehrheit beschlossen. Doch jetzt ist er wegen des Haushaltsdefizits ins Stocken geraten.

Zum Hintergrund: Bereits mehrfach stellte die Ratsfraktion Die Aktive die Erweiterung der Glehner Wache an der Dieselstraße infrage. Die Vorentwurfsplanung einschließlich Kostenschätzung wurde zuletzt vom Bauausschuss im Juni zustimmend zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung erhielt daraufhin den Auftrag, in der Planung fortzufahren. Dafür sollte vom Ausschuss die bestehende Haushaltssperre aufgehoben werden — bei zwei Gegenstimmen von der Fraktion Die Aktive. Der Stadtrat sollte der Empfehlung jetzt folgen.

In der jüngsten Ratssitzung kam aber alles anders: "Wir werden heute keiner Haushaltssperren-Aufhebung zustimmen", erklärte Albert Richter für die SPD. Er ließ alles Weitere offen und merkte lediglich an: "Wir werden im November entscheiden, wie wir mit dem Gerätehaus Glehn umgehen." Hanns-Lothar Endell (Aktive) kam die Vorlage der Sozialdemokraten gerade recht: "Wir halten die Erweiterung für unnötig."

Und auch für Hanne Wolf-Kluthausen (FDP) war die Dringlichkeit nicht erkennbar: "Das Haus kann ja irgendwann ausgebaut werden." Bei so viel Gegenwind konnte sich Marc Venten (CDU) mit dem Hinweis auf den Brandschutzbedarfsplan und der für die Freiwillige Feuerwehr wichtigen Planungssicherheit nicht durchsetzen.

Abzuwarten ist nun, zu welcher Bewertung die Fraktionen bei ihren Haushaltsberatungen im November kommen. Kämmerer Bernd Dieter Schultze weiß, dass wegen des Gewerbesteuereinbruchs möglicherweise erst zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden könne.

(NGZ)