Jüchen : Feuerwehr baut ihre Autos selbst

In mehreren hundert Arbeitsstunden bauen ehrenamtliche Feuerwehrleute zwei Transporter zu Einsatzfahrzeugen aus. Damit helfen sie der Gemeinde Jüchen, rund 12 000 Euro zu sparen.

Vor dem Beifahrersitz baumeln noch einige Kabelstränge. Doch das Blaulicht auf dem Dach, das Martinshorn und die Funkantennen sind bereits montiert, auch 200 Meter Kabel sind verlegt. Noch sind die beiden Neuzugänge im Fuhrpark der Freiwilligen Feuerwehr Jüchen nicht fertig, wartet weitere Arbeit auf die Feuerwehrleute.

Sie bauen zurzeit ein Mannschaftstransportfahrzeug mit neun Sitzplätzen sowie einen Transporter für Kleineinsätze in Eigenleistung zu Feuerwehrfahrzeugen aus — und helfen der Gemeinde damit kräftig Kosten zu sparen. Ende des Monats sollen die beiden Wagen zu ihren ersten Einsätzen ausrücken.

Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels freut sich über das ehrenamtliche Engagement. "Wir stemmen den feuerwehrtechnischen Ausbau komplett selbst. Die beiden Fahrzeuge haben zusammen rund 50 000 Euro gekostet, hinzu kommen 8000 Euro für Blaulichtbalken und Martinshorn. Mit unserer Eigenleistung spart die Gemeinde Jüchen 12 000 Euro", sagt Abels. "Wir sehen ja auch, dass die Gemeindekasse nicht mehr so voll ist wie früher, und wollen deshalb beim Sparen helfen."

Heute Morgen kommen wieder bis zu acht Feuerwehrleute ins Gerätehaus Jüchen, obwohl kein Alarm gegeben wurde und keine Übung ansteht. Sie greifen wie an vielen anderen Samstagen seit Ende Juli zum Werkzeug, kriechen in die Ecken der beiden neuen Autos, legen Kabel, schrauben und bohren. "Die Arbeit macht Spaß. Man hat nicht jeden Tag Gelegenheit, sich so intensiv mit Auto- und Funktechnik zu befassen", erzählte gestern Sascha Mostert (38) vom Löschzug Jüchen, von Beruf Industriemechaniker. Handwerkliches Geschick beweisen auch die anderen, etwa Hans-Georg Offermann (58), der als Maler und Lackierer arbeitet. Mit dabei ist der neue hauptamtliche Gerätewart der Wehr, Thomas Uppenkamp (28), der das Tischlerhandwerk gelernt hat.

300 Arbeitsstunden haben die Ehrenamtler bereits geleistet, weitere stehen an: Der Transporter mit sechs Sitzplätzen und Ladefläche soll unter der Plane ein Regalsystem erhalten. Wir bauen ihn zu einem KEF — einem Kleineinsatzfahrzeug aus", erklärt Heinz-Dieter Abels. Das KEF soll etwa für die Beseitigung von Ölspuren oder bei Sturmeinsätzen ausrücken — wenn die größeren Löschfahrzeuge nicht benötigt werden. Der 49 Jahre alte Ölschadensanhänger im Gerätehaus Jüchen hat dann ausgedient. Das Mannschaftstransportfahrzeug ersetzt beim Löschzug Gierath einen 14 Jahre alten Vorgänger.

Nicht zum ersten Mal greifen die Feuerwehrleute zum Werkzeug, um Fahrzeuge auszubauen. Für den Löschzug Gierath wurde bereits ein alter Anhänger komplett saniert.

(NGZ)