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Lokalsport: Tigers ohne Trainerin, aber mit Elan und Feuer

Lokalsport : Tigers ohne Trainerin, aber mit Elan und Feuer

Basketball-Zweitligist aus Neuss muss auch morgen in Grünberg auf die erkrankte Janina Pils verzichten. TG hat noch etwas gutzumachen.

Der Preis für die ungewöhnlichste Mannschaft der 2. Basketball-Bundesliga Nord geht an die Bender Baskets Grünberg. Zwar haben die Mädels von Trainerin Aleksandra Kojic, die kürzlich geheiratet hat und jetzt Heuser heißt, erst acht Punkte auf ihrem Konto, doch ist dem Tabellenneunten dabei das Kunststück gelungen, in den GiroLive Panthers Osnabrück (76:65) und den TG Neuss Tigers (71:61) die beiden Topteams der Liga zu schlagen.

Die Tigers, die morgen (Anpfiff 16.30 Uhr) in der kleinen Sporthalle der Theo-Koch-Schule zum Rückspiel ranmüssen, sind also gewarnt, zumal wohl wie schon beim Krimi am vergangenen Samstag gegen Opladen Trainerin Janina Pils krank fehlt. Sollte die angehende Lehrerin wiederum passen müssen, könnten die Neusserinnen die gleiche Maschinerie in Gang setzen wie im Derby, als Hallensprecher Eiko Pate den Coach mithilfe von Selfie-Stick, Smartphone und Facebook im Livestream zuschaltete. Auch Ronja Spießbach, die auf der Bank übers Handy Kontakt zur Chefin hielt, ist in Grünberg am Start. Die 20-Jährige ist nach ihrer OP am Sprunggelenk inzwischen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Ob sich auch Abteilungsleiterin Angela Krings nach ihrem Einsatz als Trainerin der Junior Tigers auf den Weg nach Mittelhessen macht, ist noch offen. Die Verantwortung fürs Team teilten sich unter der Woche erneut Franziska Worthmann und Jana Heinrich. "Und das hat besser geklappt als vor dem Opladen-Spiel", findet Heinrich, "wir sind jetzt besser eingespielt." Aber natürlich, fügt sie an: "Janina fehlt, ganz klar!"

Motivationshilfen benötigen die Gäste nicht, die Erinnerung an die Heimniederlage im Hinspiel reicht völlig. "Da haben wir das schlechteste Spiel der Saison abgeliefert", sagt Jana Heinrich. Und sie weiß genau, warum die Baskets letztlich triumphiert hatten: "Grünberg hat als Team gespielt, bei uns jede nur für sich." Getragen wird die Mannschaft von Aleksandra Heuser, unter der Jana Heinrich und Franziska Worthmann beim Erstligisten BC Marburg schon gespielt haben, von zwei ganz und gar nicht spektakulären, jedoch ungemein effektiven US-Girls: Margaret Proffitt, im Hinspiel für 20 Punkte (4/6 Dreier) gut, erzielt im Schnitt 17,4 Punkte und verwandelt ihre Würfe von jenseits der Drei-Punkte-Linie mit einer Quote von 42 Prozent. Ihre 1,83 Meter große Profi-Kollegin Celia Marfone steuert durchschnittlich 14,5 Punkte und 8,5 Rebounds hinzu. Erstligaerfahrung aus Marburg und Oberhausen bringt Isabell Meinhart (9,3 Punkte im Schnitt) mit, die junge Garde führt die erst 16-jährige Marie Reichert an, im Hinspiel mit blitzsauberen 16 Zählern der X-Faktor für Grünberg.

Die Tigers können morgen wohl nicht auf ihre Bestbesetzung bauen (siehe Info-Kasten). Auf jeden Fall gehandicapt in die Begegnung geht Julia Duggan. Die Amerikanerin ist am Mittwoch im Training mit Carlotta Ellenrieder zusammengerasselt und plagt sich seither mit einem zugeschwollenem Auge herum. Fit ist nach ihrem Bänderriss im Knöchel dagegen wieder Briana Williams, der gegen Opladen einen Tag nach ihrem 26. Geburtstag mit der Schlusssirene der Korb zum 62:61-Sieg gelungen war. "Sie ist wieder voll da, nimmt sich nicht raus", sagt Jana Heinrich.

(NGZ)