Basketball : TG spielt im Höchsttempo

Wie schon beim Auftaktsieg über den Neuling TK Hannover setzen die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen auch heute Abend im Heimspiel gegen den ASV Moabit Berlin vor allem auf Geschwindigkeit. Allerdings sind die Gäste aus der Bundeshauptstadt um einiges stärker als die Niedersachsen.

Die Basketballerinnen der TG Neuss sind heiß. So heiß, dass die Finnin Saara Lehtoranta trotz ihres vor anderthalb Wochen erlittenen dreifachen Bänderrisses im Fußgelenk zusätzlich zu ihrer physiotherapeutische Behandlung beim Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf zu jedem Mannschaftstraining erscheint. "Sie ackert dann zwei Stunden ganz für sich allein", verrät Trainerin Janina Pils. Eifer, der sie im heutigen Heimspiel gegen den ASV Moabit Berlin (19 Uhr, Humboldt-Sporthalle an der Weberstraße) noch nicht wieder zurück ins Trikot des Zweitligisten bringt, der aber stellvertretend für die famose Einstellung des gesamten Teams steht.

Den recht mauen Auftritt am vergangenen Sonntag im DBBL-Pokal beim Regionalligisten TSV Hagen 1860 (81:63) hatten die Neusserinnen am Tag darauf "mit der bislang besten Trainingsleistung" (Pils) gekontert. "Die Mädchen sind halt nicht nur super ehrgeizig, sondern auch sehr selbstkritisch", weiß die junge Trainerin, für die eine fast hundertprozentige Trainingsbeteiligung erfreulicher Alltag ist.

Eine optimale Vorbereitung dürfte auch vonnöten sein, ist Moabit doch von einem anderen Kaliber als der beim 77:57 in Neuss vor allem in der zweiten Hälfte schlichtweg überforderte Neuling TK Hannover. Anne-Kathrin Dröll, neue Co-Trainerin von Chefcoach Timur Topal, hat in Henriette Link, Hannah Siegfried und Noemie Rouault drei Spielerinnen mitgebracht, die in der vergangenen Saison maßgeblichen Anteil am Meistertitel der BG Zehlendorf in der U17-Bundesliga (WNBL) hatten.

Dazu kommt die 1,85 Meter große Ukrainerin Olena Gulyamova (28). Und genau die bereitet den Gastgeberinnen Sorgen. Zwar hatte auch Hannover in US-Girl Alexa Meenen eine körperlich recht starke Fachkraft ans Brett geschickt, doch im Gegensatz zu Moabit konnte der Aufsteiger dieser keine wirkliche Unterstützung an die Seite stellen.

Dem Höchsttempo der kleinen, dafür aber extrem athletischen Neusserinnen um Connie James war das Team aus Niedersachsen darum nahezu hilflos ausgeliefert gewesen. Die personell tief besetzten Berlinerinnen, die zum Saisonauftakt in Mainz mit 63:61 gewonnen hatten, erwartet Pils am Ende ganz oben in der Tabelle. "Das sind gute Mädchen, körperlich sehr stark. Mal gucken, was man da machen kann." Bis auf Saara Lehtoranta kann die Turngemeinde in bester Formation auflaufen, Cata Skrobek plagt sich zwar mit einer Blessur am Sprunggelenk herum, dürfte aber wohl spielen.

Derweil hat die herzerfrischende Vorstellung der TG-Mädels gegen den TK Hannover auch im Umfeld für Hochstimmung gesorgt. "Wir haben viele positive Reaktionen bekommen", bestätigt die Trainerin, "einige träumen sogar schon von den Play-offs". Vorsichtshalber fordert Pils darum: "Wir sollten den Ball immer schön flachhalten."

(NGZ)