Hockey : SW zittert sich zum ersten Sieg

Mit dem gestrigen 2:1 über den TSV Mannheim haben sich die Hockeydamen des HTC Schwarz-Weiß Neuss ein wenig Luft verschafft im Abstiegskampf der Feldhockey-Bundesliga. Weil sie reihenweise Torgelegenheitern ausließen, mussten sie um den ersten Saisonsieg mächtig zittern

"Manndeckung" war gestern Mittag das meist benutzte Wort an der Jahnstraße. Immer wieder gemahnte Friedrike Schreiter ihre Vorderleute an diese Taktik, die im Kellerduell der Noch-Sieglosen in der Damenhockey-Bundesliga fast eine Stunde lang aufzugehen schien.

Erst nach 56 Minuten musste die bis dahin mehrfach in höchster Not klärende Torfrau des TSV Mannheim hinter sich greifen – und ebnete dem HTC Schwarz-Weiß Neuss so den Weg zum zwar verdienten, dennoch mächtig erzitterten ersten Saisonsieg. Das 2:1 nach torloser erster Halbzeit verschafft den Neusserinnen zunächst einmal ein wenig Luft im Abstiegskampf.

"Es war ein Geduldsspiel. Das 1:0 war wie eine Erlösung", gab HTC-Trainer Simon Starck hinterher zu. In der Tat: Was seine Schützlinge bis zum Treffer durch Katharia Kreiner an Torgelegenheiten ausgelassen hatten tat beinahe körperlich weh. Zumal angesichts einer höchst unsicheren Charlotte Steins – zwei Riesenpatzer von ihr in den ersten drei Minuten hätten Katrin Münz leicht die frühe Führung für die Gäste bescheren können – im Abwehrzentrum stets die Gefahr in der Luft lag, sich durch einen Konter einen Gegentreffer der sich weitgehend auf Destruktivhockey beschränkenden, nach dem Weggang von Fanny Rinne in ihren spielerischen Mitteln arg limitierten Mannheimerinnen einzufangen.

Trotzdem war es nicht das "Spiel auf ein Tor", das Starck hinterher gesehen haben wollte. Dafür waren seine Schützlinge zwar spielbestimmend, aber nicht zwingend genug. Immerhin kamen die Gäste auf vier Strafecken, nur eine weniger als der HTC, die sie allerdings ebenso kläglich vergaben wie die Neusserinnen die ihrigen. Bis auf die fünfte nach 63 Minuten, die, von Katrin Bremer aufs Tor gezielt, von zwei Mannheimerinnen noch unhaltbar für Friederike Schreiter abgefälscht wurde und so als "Eigentor" in die offizielle Statistik eingeht. Zwei Tore zur rechten Zeit, denn den Schwarz-Weißen ging wie eigentlich immer im zweiten Spiel eines Wochenendes mehr und mehr die Puste aus, was dem TSV zumindest ansatzweise Oberwasser verlieh.

Freilich: Erst nach dem 0:2 wich Gästetrainer Uli Weise ein wenig von seiner Defensivtaktik ab. Prompt geriet Neuss ins Schwimmen und fing sich anderthalb Minuten vor Schluss noch ein Gegentor durch Corinna Przybilla ein. Die letzten 27 Sekunden nach einer späten Auszeit Weises zählten die wenigen Neusser Fans, manche mit geschlossenen Augen, herunter – ein Punktgewinn der Gäste in einer auf äußerst schwachem Niveau stehenden Partie wäre allerdings weder gerecht noch verdient gewesen. "Damit liegen wir voll im Soll", meinte HTC-Vorsitzender Andreas Schwarz mit Blick auf die Blitztabelle, die nun vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang aufweist.

(NGZ)