Jüchen: Stiftungspreis für Ehrenamtler

Jüchen: Stiftungspreis für Ehrenamtler

Die Bürgerstiftung will für engagierte Jüchener einen Preis ausloben, auch an die Unterstützung des Schul-Essens ist gedacht. Sie will sich zudem mehr ins Bewusstsein der Bürger bringen und sucht eine Geschäftsstelle.

Die Jüchener "Bundspechte" erhielten einen Bürgerpreis für ihr Engagement und 500 Euro für die Arbeit der Nachwuchsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz. Die junge Fagottistin Heide Gottschalk aus Jüchen konnte sich über 600 Euro als Unterstützung für ihre Konzertreise mit der Jungen Kammerphilharmonie NRW nach China freuen. Hinter beidem steht die Bürgerstiftung Jüchen.

Die Ende 2008 ins Leben gerufene Stiftung hat erste Zeichen gesetzt und sich für 2010 viel vorgenommen – auch in eigener Sache: "Ich habe festgestellt, dass viele Jüchener die Bürgerstiftung und ihre Ziele nicht kennen", erklärt Vorstandsvorsitzender Bernd Käsmacher (62), bis zum Ruhestand Verlagsleiter in Mönchengladbach. Wir wollen deshalb mehr für uns werben, beispielsweise wie beim Familienfest auf Schloss Dyck bei Veranstaltungen mit einem Info-Stand präsent sein." 53 720 Euro beträgt zurzeit das Stiftungskapital, aus den Zinsen werden die Projekte fianziert. 2009 sind außerdem 2270 Euro an Spenden eingegangen. "Es könnten ruhig etwas mehr werden", sagt der Vorsitzende. Fürs erste Jahr zieht Käsmacher eine positive Bilanz. "Wir haben schon mehrere Aktionen gemacht. Und wir freuen uns, dass die von uns ausgezeichneten Bundspechte bei der nächsten Runde des Deutschen Bürgerpreises 2009 auf Bundesebene den ersten Preis in der Kategorie ,Junior' und 5000 Euro erhielten."

Solche Erfolge motivieren nicht nur die Naturschützer, sondern auch die junge Stiftung. Klar, dass sie 2010 erneut zusammen mit der Sparkasse Neuss junge, engagierte Menschen von 14 bis 21 Jahren zur Beteiligung am Bürgerpreis 2010 aufruft – das Thema heißt "Retten, helfen, Chancen schenken". "außerdem planen wir, einen regelmäßigen Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement auszuloben. Zahlreiche Menschen leisten viel für die Gemeinschaft, stehen aber im Hintergrund", so Kaesmacher. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, unter anderem die Bereiche Jugend- und Altenhilfe, Bildung, Kultur, Umweltschutz und Sport zu fördern. "Wir überlegen, ob wir das Mittagessen in Schulen für bedürftige Familien finanziell unterstützen. Auch in Jüchen gibt es Familien, die sich das warme Essen für ihr Kind nicht leisten können."

Eine weitere Aufgabe: Die Bürgerstiftung sucht eine Geschäftsstelle. "Wir benötigen einen etwa 25 bis 30 Quadratmeter großen, möglichst zentral gelegenen Raum als Anlaufstelle für die Bürger. Am liebsten wären uns natürlich Haus Katz oder das Rathaus, aber auch ein anderer Ort ist uns willkommen", so Käsmacher. "Die Gemeinde wird der Bürgerstiftung dabei behilflich sein, geeignete Räume zu finden", sagt Gemeindesprecher Norbert Wolf. Finanzielle Unterstützung der Nothaushaltskommune sei aber nicht möglich.

(NGZ)