Bürgerstiftung Korschenbroich 2007 gegründet

Korschenbroich : Seit zehn Jahren gibt es Bürgerstiftung „Für Korschenbroich“

Den Gründervätern war die Stärkung der Eigenverantwortung zum Wohl der Bürger ein Anliegen. Heute genießt die Stiftung in allen Ortsteilen Ansehen. Willy Schellen, Hermann Buchkremer, Alfons Kranz, Hermann-Josef Kronen, Kurt Maassen, Wilderich Graf von Spee-Mirbach und Günter Wappenschmidt waren die Initiatoren.

Im Emblem der Bürgerstiftung kommt der lokale Bezug zum Ausdruck: Das Stadtwappen und fünf Sterne für die fünf Ortsteile sind über der Silhouette des Stadtgebietes dargestellt. Die Bürgerstiftung „Für Korschenbroich“ wurde am 10. Dezember 2007 im Liedberger Landgasthaus gegründet. Am gleichen Ort wird am Freitag, 22. Juni, das zehnjährige Bestehen gefeiert. „Es ist für uns das größte Erfolgserlebnis, dass die Bürgerstiftung in allen Schichten, Parteien und Stadtteilen anerkannt ist“, stellt Willy Schellen fest. Der frühere Vorsitzende ist einer der sieben Gründungsväter, die Handlungsbedarf sahen, um das Selbstbewusstsein der Korschenbroicher durch Eigenverantwortung zum Wohle ihrer Stadt zu stärken. Denn Fluglärm und Grundwasser-Diskussion hatten für negative Schlagzeilen gesorgt. Hinzu kam eine latente Unzufriedenheit mit der Stadtpolitik.

Neben Schellen zählen Hermann Buchkremer, Alfons Kranz, Hermann-Josef Kronen, Kurt Maassen, Wilderich Graf von Spee-Mirbach und Günter Wappenschmidt zu den Initiatoren. „Wir hatten einen Kreis gebildet, ohne zunächst zu wissen, was wird. Uns war klar, dass wir uns nicht in das kommunalpolitische Geschehen einmischen, überparteilich und keine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen sein wollten“, betont Schellen. Als die Entscheidung für eine Stiftung fiel, waren bei der Umsetzung Kranz´ Erfahrung im Stiftungswesen sowie die durch den früheren Landrat Dieter Patt vermittelte Unterstützung der Sparkasse Neuss von großem Wert.

Die ersten Stifter zahlten jeweils 2.000 Euro Stiftungskapital ein. Weitere Stifter wurden dazu gewonnen. Nur einen Tag nach Ihrer Gründung wurde die Bürgerstiftung mit 23 Stiftern und 53.000 Euro Dotationskapital von der Düsseldorfer Bezirksregierung anerkannt. Die Verpflichtungserklärungen mitgerechnet betrug das Kapital 74.000 Euro. Im elften Jahr hat die Gemeinschaft 119 Stifter, die als Privatperson mindestens 500 Euro und als Unternehmen mindestens 1.000 Euro Stiftungsvermögen eingezahlt haben. Zudem gibt es Zustifter. Das Gütesiegel vom Bundesverband Deutscher Stiftungen belegt die Qualität der Arbeit.

Zu den Dauerprojekten, die bevorzugt mit Projektpartnern realisiert werden, zählt die Prämierung der Jahrgangsbesten eines Abschlussjahrgangs von Gymnasium, Real- und Hauptschule mit jeweils 1.000 Euro. Die Hans Sasserath GmbH, Autoteile Post und Familie Viehoff sind hier Projektpartner. Wiederbelebt wurde unter dem neuen Vorsitzenden Thomas Goldmann das Projekt der Ruhebänke. Das bietet Hauptschülern die Möglichkeit, handwerkliche Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen. Das Buchprojekt „Lesen lernen. Leben lernen“ richtet sich an die zweiten oder dritten Schulklassen der sieben Grundschulen.

Der Matthias-Hoeren-Bürgerpreis würdigt vorbildliche Gemeinschaftsleistungen zum Nutzen der Bürger. „Diese Auszeichnung erreicht damit Menschen, die bereits ein verdientes Leben geführt haben, und damit die ältere Generation. So geht der Bogen quer durch die Bürgerschaft“, berichtet Tilman Herriger, Mitglied im Stiftungsrat. In der Verjüngung des Vorstands mit Thomas Goldmann, Peter Baumeister und Rudolf Graaff sieht Schellen die Zukunft der Bürgerstiftung gesichert.

Mehr von RP ONLINE