Lokalsport: KFC kommt ohne Ailton

Lokalsport: KFC kommt ohne Ailton

Der KFC Uerdingen, Titelanwärter der Fußball-Niederrheinliga, bringt am Sonntag seinen brasilianischen Stürmerstar doch nicht mit ins Erftstadion. Den SC Kapellen erwartet trotzdem eine ganz schwere Partie.

Als gestern die Runde machte, dass der KFC Uerdingen ohne Ailton zum Auswärtsspiel in der Fußball-Niederrheinliga beim SC Kapellen anreisen würde, waren die Verantwortlichen der Erftstädter zunächst schon ein wenig geschockt. Schließlich sollte der frühere Bundesliga-Torschützenkönig das I-Tüpfelchen auf dem Spiel des Jahres werden und möglichst für einen neuen Zuschauerrekord im Erftstadion sorgen.

Doch nach dem 1:1 im Nachholspiel gegen Wülfrath am Mittwochabend machte sich Ailton auf den Weg nach Brasilien, um in seiner Heimat Visa-Angelegenheiten zu klären - so zumindest die offizielle Version.

"Das ändert nichts an unserer Spieltaktik und der Einstellung, mit der wir ins Spiel gehen", meinte SCK-Trainer Michael Habermann trotzig, nachdem die erste Enttäuschung über den Ausfall des brasilianischen Stürmerstars verflogen war. Schließlich war er zusammen mit dem SCK-Vorsitzendem Jupp Breuer am Mittwoch in der Grotenburg, um die Uerdinger gegen Wülfrath unter die Lupe zu nehmen. Und was er das zu sehen bekam, nachdem Ailton in der 63. Minute das Feld verlassen hatte, flößte ihm schon eine gehörige Portion Respekt ein.

Denn der in der Winterpause verpflichtete, frühere türkische Nationalspieler Erhan Albayrak, der bis dahin an der Seite des Brasilianers gestürmt und ein Tor erzielt hatte, harmonierte mit dem eingewechselten Regjep Banushi noch besser.

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"An der Offensivkraft des KFC hat sich nichts geändert. Deswegen wird unser Hauptaugenmerk darauf liegen, defensiv sehr diszipliniert zu stehen und auf Konter zu lauern", erklärt Habermann, der plant, in Mo Salou wieder einen Stürmer mit Zusatzaufgaben zu betrauen. Er soll verhindern, dass zu viele lange Bälle auf den Kopfballstarken Banushi geschlagen werden. Denn der ist in der Luft kaum daran zu hindern, den gefährlichen Albayrak gut in Szene zu setzen.

Natürlich ist Habermann auch nicht entgangen, dass die Uerdinger gegen Wülfrath alles in allem eine ganz schwache Leistung boten, doch davon lässt er sich nicht blenden. Seiner Ansicht nach haben die katastrophalen Platzverhältnisse in der Grotenburg den eigentlich hoffnungslos unterlegenen Gästen in die Karten gespielt.

Mit den zahlreichen hochkarätigen Neuverpflichtungen im Winter verfügt der KFC über genug Potenzial, um Kapellen die Hölle heiß zu machen. Das ficht Michael Habermann aber nicht an: "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass sie nicht zu viel Respekt haben dürfen, dann ist für uns etwas drin."