"Rheinisches Pferdestammbuch": Schloss als Zentrum für Pferdezucht

"Rheinisches Pferdestammbuch" : Schloss als Zentrum für Pferdezucht

Nach 91 Jahren kehrt das "Rheinische Pferdestammbuch" wieder an seine historische Wurzel zurück. Der Zuchtverband will seinen Sitz von Bonn nach Schloss Wickrath in Mönchengladbach verlegen und die 1746 erbaute barocke Schlossanlage zum Zentrum für Pferdezucht und Reitsport machen.

Neben der derzeitigen Wiederherstellung der Parkanlage in ihrer ursprünglichen Kronenform und der Sanierung des Ostflügels von Schloss Wickrath im Rahmen der EUROGA 2002 plus soll zur Eröffnung der zweiten Regionale NRW im Frühjahr nächsten Jahres auch an die traditionelle Nutzung wieder angeknüpft werden. Seit seiner Gründung im Jahr 1826 als "Königlich-Preußisch Rheinisch-Westfälisches Landgestüt" war es in der Schlossanlage beheimatet. Um den Ostflügel des Gebäudeensembles, der für 2,3 Millionen Mark saniert wird, zukünftig mit Leben zu füllen, soll eine Betreibergesellschaft gegründet werden, an der sich neben dem Verein "Rheinisches Pferdestammbuch" das Nordrhein-Westfälische Landgestüt Warendorf und der Kreisverband der Reit- und Fahrvereine Mönchengladbach beteiligen werden.

Der Rat der Stadt Mönchengladbach soll in seiner nächsten Sitzung am 4. Juli über die zukünftige Nutzung entscheiden. Horst Ense, Vorsitzender des "Rheinischen Pferdestammbuches", der rund 5.000 Mitglieder zählt und 8.000 Zuchtpferde aus 50 verschiedenen Pferderassen betreut, sieht in dem jetzt vorgestellten Konzept eine sinnvolle Nutzung und vor allem eine Belebung der gesamten Schlossanlage. "Die rheinische Pferdezucht hat eine lange Tradition, die eng mit Schloss Wickrath verbunden ist", erläutert er, "daran können wir anknüpfen. Hier könnte einmal ein modernes Dienstleistungszentrum für unsere Züchter entstehen".

Die gesamte Palette rund ums Pferd von der Deckstation über den Verkauf bis hin zu Ausstellungen und Fortbildungen für junge Züchter sowie attraktive Reitveranstaltungen will der Verband anbieten. "Wenn der Rat zustimmt, fangen wir sofort mit unseren Arbeiten an", so Horst Ense mit Blick auf die Sanierung der Stallanlage, für die der Verband aufkommen würde. Für die nötige Infrastruktur eines zukünftigen Pferdezentrums hat die Stadt Mönchengladbach bereits die Weichen gestellt. So soll der benachbarte 13 Hektar große, bisher landwirtschaftlich genutzte Schlossacker zukünftig Reitveranstaltungen dienen und ausreichend Parkraum für die Besucher bieten. Eine neue Reithalle und ein 20 mal 60 Meter großes Dressur- und Reitviereck sind ebenfalls im Nutzungskonzept auf dem Areal vorgesehen, von dem sich am Freitag auch Landesumweltministerin Bärbel Höhn vor Ort überzeugen ließ.

Für eine intakte Infrastruktur werden derzeit auch die historischen Brücken einer Kernsanierung unterzogen, die ebenfalls mit 2,3 Millionen Mark zu Buche schlägt. Das gesamte Investitionsvolumen für Schloss Wickrath, das sich als eine von sieben Stationen für die dezentrale Landesgartenschau, die Bestandteil der EUROGA 2002 plus ist, herausputzt, liegt bei 10,8 Millionen Mark. "Schloss Wickrath erfährt in der Anknüpfung an die Nutzungstradition als Zentrum für Pferdezucht eine neue Qualität. "Schloss- und Parkanlage werden in Verbindung mit dem neuen Pferdezentrum zu einem authentischen Erlebnisort", freut sich Oberbürgermeisterin Monika Bartsch über das große Interesse des "Rheinischen Pferdestammbuches", auf Schloss Wickrath seine neue Heimat aufzubauen.

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