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Hückeswagen: Das Schloss ist auf dem Weg in die Zukunft

Hückeswagen hofft auf Regionale 2025 : Schloss auf dem Weg in die Zukunft

Für die Pläne der Stadt, wie das Schloss künftig genutzt werden soll, gab es jetzt den B-Stempel der Regionale-2025-Agentur. Jetzt muss nur noch eine Hürde überwunden werden. Dann könnte die Stadt mit Fördermitteln in Millionenhöhe rechnen.

Es war letztlich halt nur ein Aprilscherz, auch wenn die Idee von den Funden einer römischen Befestigungsanlage unter dem Schloss charmant war. Doch so mancher Besucher könnte in der Tat darauf kommen, dass im Schloss Ausgrabungen stattfinden – oder dass marode Wasser- und Stromleitungen saniert werden müssen. Denn überall wurden Böden, Decken und Wände geöffnet und mit Holzplatten notdürftig verschlossen. Tatsächlich handelt es sich um Untersuchungen für die Zukunft des Schlosses. Denn die Beschaffenheit des mehr als 900 Jahre alten Gemäuers muss geprüft werden, weil es in einigen Jahren nicht nur komplett saniert, sondern auch in großen Teilen völlig anders genutzt werden soll.

Dass das die klamme Stadt Hückeswagen finanziell nicht alleine schaffen kann, liegt auf der Hand. Wie gut ist es da, dass das Land die Regionale 2025 aufgelegt hat. Denn wie bei der Regionale 2010, als die Stadt von den Landeszuschüssen für den Bau des Radwegs, die Gestaltung der Wupperauen und die Neustrukturierung des Schlosshagens profitiert hatte, bemüht sie sich nun um Fördermittel für die Transformation des Schlosses in ein multifunktionales Gebäude mit Gastronomie, Veranstaltungsräumen, einem touristischen Anlaufpunkt und Co-Working-Places (Räume, die zeitweise angemietet werden können). Die Verwaltung will nur noch einen kleinen Teil ihrer Fläche behalten, aber auch wieder in einem Sitzungssaal im Schloss tagen können. Die Stadt hat im Zuge des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) das Projekt „Transformation Hückeswagen – Perspektiven für Schloss und Altstadt“ für eine Förderung im Rahmen der Regionale 2025 angemeldet. Nachdem sie im April 2020 mit dem C-Stempel die Auftakthürde genommen hatte, wurde das Projekt jetzt mit dem B-Stempel der Regionale versehen (s. Info-Kasten). Dies sei ein wichtiges Signal, dass das Projekt als förderwürdig angesehen werde, sagt Bürgermeister Dietmar Persian. „Mit dem B-Stempel haben wir sozusagen bereits einen Zeh in der Tür zur Förderung durch das Land.“ Ziel müsse es jetzt sein, auch noch den A-Stempel zu erhalten, „um mit den Fördermitteln ein wichtiges Projekt im Herzen unserer Stadt umsetzen zu können“.

 Die Verwaltung ließ im Schloss einige Böden und Decken öffnen  – wie im ersten Stock nahe des Bürgermeisterbüros.
Die Verwaltung ließ im Schloss einige Böden und Decken öffnen  – wie im ersten Stock nahe des Bürgermeisterbüros. Foto: Stadt / Garrido Pereira

Er zeigt sich überzeugt, dass das Projekt gute Chancen auf weitere Unterstützung durch die Regionale hat. Seit mehr als zwei Jahren werden Ideen für die Altstadt und das Schloss gesammelt, woran auch viele Hückeswagener beteiligt waren. „Dadurch ist ein Projekt entstanden, das vom Umfang und den Themen genau zu Hückeswagen passt und breite Unterstützung im Stadtrat und der Öffentlichkeit gefunden hat“, sagt Persian. In mehreren Planungsschritten wurden die Eckpunkte für die neuen Nutzungen im Schloss entwickelt, das sich künftig für die Hückeswagener und Besucher weiter öffnen soll.

Bauamtsleiter Andreas Schröder versichert: „Das alles geschieht in enger Abstimmung mit der Fachbehörde für den Denkmalschutz beim Landschaftsverband Rheinland.“ Es sei eine große Herausforderung, ein mehrere hundert Jahre altes Schloss so umzubauen, dass moderne Nutzungsanforderungen darin erfüllt werden könnten und zugleich die historische Bausubstanz bestmöglich bewahrt werde.

Derzeit wird an der Machbarkeitsstudie für das Schloss gearbeitet, die der Öffentlichkeit voraussichtlich im Mai vorgestellt wird. Danach können laut Persian die weiteren Schritte konkretisiert werden, um ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erarbeiten. Dieses wird voraussichtlich bis September der Regionale-Agentur vorgelegt, in der Hoffnung, auch den finalen A-Stempel zu erhalten.

„Die Regionale 2025 ist eine einmalige Chance für uns, Schloss und Altstadt fit für die Zukunft zu machen“, sagt der Bürgermeister. Ziel dabei werde es immer sein, den historischen Charme von Schloss und Altstadt zu erhalten, aber die Nutzungsmöglichkeiten so zu erweitern, dass sie zum echten Zentrum der Stadt werden. Und Landrat Jochen Hagt macht deutlich: „Durch die vielfältigen Nutzungsperspektiven verspreche ich mir deutliche Impulse für die Innenstadt-Entwicklung.“