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Hückeswagen: Neuer Ausbildungsgang am Berufskolleg

Bildung in Hückeswagen : Neuer Ausbildungsgang am Berufskolleg

An der Hückeswagener Privatschule Bergischer Unternehmen können Interessierte ab dem Sommer eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik machen. Es sind noch Plätze frei.

Am Hückeswagener Berufskolleg im ehemaligen Marienhospital an der Goethestraße können junge Menschen nicht nur die Hochschulreife erwerben, sondern auch eine berufliche Ausbildung erlernen. Derzeit gibt es an der Privatschule Ausbildungsgänge in den Berufen Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker und Industriekaufmann. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit für Menschen mit Berufserfahrung, das Abitur in nur einem Jahr zu absolvieren. Derzeit werden 123 Schüler am Berufskolleg von 13 Lehrern unterrichtet.

Ab dem Sommer wird es nun einen neuen Ausbildungsgang geben, in zwei Jahren kann man sich zur Fachkraft für Metalltechnik ausbilden lassen. Der noch relativ junge Ausbildungsberuf stelle eine Art Brückenausbildung dar, wie Schulleiter Gunnar Mühlenstädt sagt. „Der Hintergrund ist der, dass die Ausbildungsberufe heutzutage technisch immer komplexer und computerisierter werden“, sagt Mühlenstädt. Dabei spreche er auch genau von den beiden Ausbildungsgängen, die am Berufskolleg angeboten würde – dem Zerspanungs- und den Industriemechaniker. Den Anforderungen der beiden Berufsausbildungen sei nicht jeder junge Auszubildende direkt gewachsen. „Der neue Ausbildungsgang ist vor allem diesbezüglich attraktiv, weil man ihn komplett auf die anderen beiden Ausbildungen angerechnet bekommt“; sagt Mühlenstädt. So könne man mit dem Abschluss als Fachkraft für Metalltechnik in einem bis anderthalb weiteren Jahren einen der beiden anderen Berufe erlernen. Nach Mühlenstädts Ansicht könne es zwei Gründe dafür geben, dass diese Brückenausbildung nötig geworden sei. „Zum einen kann es sein, dass an den weiterführenden Schulen die Wissensbreite zwar zunimmt, die Wissenstiefe aber eher geringer wird. Was dann im Umkehrschluss bedeutet, dass es schwieriger wird, sich in den immer komplexeren Berufsfeldern zurechtzufinden“, sagt Mühlenstädt. Ein anderer Grund könne aber auch einfach in den jungen Menschen selbst liegen, die einfach noch nicht soweit seien, in die komplexere Berufsausbildung einzusteigen. „Letztlich ergibt sich daraus eine Schere, die wir mit dem neuen Brückenausbildungsgang zu schließen hoffen“, sagt der Berufsschulleiter.

Natürlich seien Jugendliche die Zielgruppe, die für den Zerspanungs- oder den Industriemechaniker noch nicht geeignet seien. „Aber es ist auch für Betriebe interessant – entweder, weil sie zwar ausbilden wollen und dafür eben auch noch nicht ganz so weiten Jugendlichen die Chance zur Weiterentwicklung geben wollen“, sagt Mühlenstädt. Oder weil sie in ihrer Produktion schlicht nicht die Notwendigkeit für die beiden anderen, komplexeren Berufe hätten. „Für unsere Partnerbetriebe ist der neue Ausbildungsgang auf jeden Fall ein deutlicher Mehrwert – auch weil die drei Ausbildungsgänge viele Überschneidungen haben. So können sie ihre Azubis an einer einzigen Berufsschule auf gleichem Ausbildungsniveau unterbringen“, sagt Mühlenstedt.

Der Leiter des Berufskollegs ist überzeugt davon, dass der ergänzende Ausbildungsgang der Weg der Zukunft in der Berufsbildung ist. „Es ist ein wenig vergleichbar zum Bachelor- und Master-System an der Universität. Die Fachkraft für Metalltechnik bietet die grundlegende Ausbildung, die dann in den beiden anderen Ausbildungen vertieft und spezialisiert werden kann“, sagt Mühlenstädt, der sich sicher ist, dass es künftig weitere entsprechende Ausbildungskombinationen geben werde. Für den Start im Schuljahr 2021/2022 gebe es noch freie Plätze, die Bewerbung sei ab sofort möglich.