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Remscheid: Teo Otto Theater will öffnen, Rotationstheater bleibt zu

Kultur in Remscheid in Corona-Zeiten : Teo Otto Theater will öffnen, Rotationstheater bleibt zu

Sven Graf, künstlerischer Leiter des Teo Otto Theaters, arbeitet zurzeit an einem Corona-Spielplan für die vier Wochen vor den Sommerferien. Am 30. Mai dürfen Theater wieder öffnen. Aber es muss auch Akteure geben, die etwas auf der Bühne zeigen können.

„Wir rotieren im Augenblick ganz schön“, sagt Graf. Er sei froh, dass der Stillstand beendet sei. Er stehe zum Beispiel in engem Kontakt mit den Bergischen Symphonikern und dem Westdeutschen Tournee-Theater. Noch steht nichts fest. Graf wartet auf Rückmeldungen. Fest steht aber, es werden Theatererlebnisse der besonderen Art werden, die mit den Zeiten vor Corona wenig zu tun haben. Im Zuschauerraum haben höchstens 100 Personen Platz. Die Hälfte der Zuschauerreihen muss frei bleiben. Zwischen den Sitzen ist jeweils zwei Meter Abstand vorgeschrieben.

Ob das Westdeutsche Tourneetheater (WTT) die Hygienevorschriften erfüllen kann, ist noch unklar. Die Privatbühne an der Bismarckstraße sucht das Gespräch mit der Ordnungsbehörde. Die Vorgaben lesen sich für Claudia Sowa nicht unbedingt wie Vorgaben, die das Theaterspielen ermöglichen, sondern eher wie Vorgaben, die es verunmöglichen. Zwölf Besucher dürfte das WTT empfangen. Doch welches Stück soll gespielt werden? Die Empfehlungen des Deutschen Bühnenvereins merken an, dass exzessives Sprechen und jede Art von Körperlichkeit zu vermeiden sind. Eigentlich wollte Sowa die Komödie von Eugene Labiche „Die Affäre Rue de Lourcine“ zum Ende der Spielzeit herausbringen. Ein Stück für sechs Personen. Gestrichen. Sie sucht zurzeit nach einer Alternative. Das WTT lebt von Vorstellungen für Kinder und Schüler. Daran ist vorerst nicht zu denken. Für die Bühne ein wirtschaftlicher Nackenschlag. Vor den Sommerferien gibt es daher keine Theateraufführungen mehr. Vielleicht öffnet das WTT für eine Kinovorstellung für Senioren. „Unsere Cineasten fragen bei uns ständig nach“, sagt Sowa. Dafür müsste aber auch das Ordnungsamt mitspielen.

Im Rotationstheater geht der rote Vorhang vorerst nicht mehr hoch. Geschäftsführer David Schmidt ist sich auch nicht sicher, ob in diesem Kellertheater jemals wieder Kleinkunst gezeigt wird. Unter den jetzigen Bedingungen sei dies aus seiner Sicht nicht mehr möglich. „Wir tun uns damit keinen Gefallen“, sagt Schmidt. Aus wirtschaftlicher Sicht sei eine Vorstellung an der Kölner Straße eine defizitäre Veranstaltung. Die Betriebskosten laufen weiter, nur zwölf Zuschauer seien zulässig. Außerdem müsste das Theater Ordner einstellen, die darauf achten, dass alle Mundschutz tragen und die Corona-Regeln für den Gang zur Toilette eingehalten werden. „Das ist alles ein Wahnsinn“, sagt Schmidt. Und am Ende erhalte der Künstler für seinen Auftritt 50 Euro an Abendgage. Das sei unwürdig gegenüber den Schauspielern und Musikern, die doch das Herz eines jeden Theaters bilden.