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Lüttringhausen: Marketingrat sagt Bauernmarkt 2020 ab

Wegen Corona-Pandemie : Marketingrat sagt Bauernmarkt ab

Es fehlt an Planungssicherheit angesichts der Corona-Pandemie: Der Marketingrat Lüttringhausen hat den beliebten Herbst- und Bauernmarkt am letzten Septemberwochenende frühzeitig abgesagt.

Jedes Jahr strömen tausende Besucher am letzten Septemberwochenende über die Gertenbachstraße in Lüttringhausen. Dicht gedrängt nehmen sie das Angebot der regionalen Ausstellerin Augenschein, probieren die lokalen Köstlichkeiten, stärken sich bei einem Getränk und plaudern mit Freunden, Bekannten oder Nachbarn. Der beliebte Herbst- und Bauernmarkt ist ein Publikumsmagnet und ein Erfolgsgarant. Doch genau das wird der Veranstaltung in diesem Jahr mit Blick auf die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen zum Verhängnis.

Der Marketingrat Lüttringhausen, der den Herbst- und Bauernmarkt ehrenamtlich organisiert, hat die Auflage für 2020 frühzeitig abgesagt. Zu viele Dinge sind zu unsicher, die Entwicklungen der Corona-Pandemie bis zum Herbst zu ungewiss, als dass sich die Großveranstaltung vernünftig und mit Sicherheit planen und durchführen ließe, erklärt Christina Große-Hering vom Organisationsteam.

Die Entscheidung, die laut Marketingrat-Vorsitzendem Markus Kärst „alternativlos“ sei, haben sich die Mitglieder nicht leicht gemacht. Das Für und Wider wurde intensiv abgewogen. Letzten Endes fiel die Entscheidung dann für die Absage – aus Verantwortung für die Gesundheit von Besuchern, Ausstellern und Ehrenamtlern. Man wolle auf keinen Fall dafür verantwortlich sei, durch so eine Veranstaltung zu einer neuen Ausbruchswelle des Coronavirus beizutragen. „Selbst, wenn sich die Situation bis zum Herbst wieder entspannt haben sollte, stehen wir zu dieser Entscheidung“, betont Große-Hering angesichts.

Ein weiterer Grund für die Absage war die Planungsunsicherheit. Da bis zum 31. August Großveranstaltungen untersagt sind, stellt das Ordnungsamt aktuell keine Genehmigungen aus. Frühestens Ende August könnte eine Erlaubnis erfolgen, wenn überhaupt. Das ist zu knapp für die Organisation. „Wir können nicht vier Monate Planung in drei Wochen packen“, sagt Große-Hering.

Denn eigentlich würden die Planungen der Ehrenamtler nun in den nächsten Monaten auf Hochtouren laufen: Einnahme der Ausstellergebühren, Schilder bestellen, Genehmigungen beantragen. Dafür hätte der Verein mit rund 1500 Euro in Vorleistung gehen müssen, merkt Große-Hering an.

Denkbar wäre auch, dass eine mögliche Genehmigung nur mit weiteren Auflagen erfolgen könnte. Diese seien dann aber aufgrund von Zeitmangel und auch Größe der Veranstaltung nur schwer realisierbar, sagt Große-Hering. Der Zugang zur Veranstaltungsfläche sei nicht einfach zu kontrollieren. Genauso verhalte es sich auch mit einer möglichen Abstandsregelung an den Verkaufsständen.

Die Reaktion der rund Hundert Aussteller, die wieder nach Lüttringhausen kommen wollten, sei trotz der wirtschaftlichen Lage verständnisvoll, erzählt Große-Hering. Sie wollen gerne wieder im nächsten Jahr dabei sein. Denn 2021 soll der Herbst- und Bauernmarkt dann wieder wie gewohnt stattfinden. Die Planungen dafür gehe man dann mit vollem Elan an, betont Große-Hering. Nachdem der Marketingrat nämlich ­Anfang des Jahres einen Weck- und Hilferuf an die Mitglieder geschickt hatte, haben viele ihre tatkräftige Unterstützung zugesagt. Von Anna Mazzalupi