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Corona: Krefeld will Gastronomie helfen

Krefeld : Corona: Verwaltung will Gastronomie helfen

Nach einer verbotenen Demonstration beteiligten sich rund 30 Personen an einem Flashmob vor dem Rathaus. Die Veranstaltung verlief ohne Zwischenfälle. Die Polizei zeigte bis in die Abendstunden in der Innenstadt Präsenz.

Es war ein sogenannter Flashmob – ein kurzer, scheinbar spontaner Menschenauflauf – der sich am Montagabend ab 19 Uhr vor dem Rathaus ereignete. Rund 30 Personen sollen daran teilgenommen haben. Eine für 18 Uhr geplante Demonstration auf dem Von-der-Leyen-Platz mit anschließendem Umzug durch die City hatte die Polizei wenige Stunden zuvor verboten. „Das war dem Antragsteller auch mitgeteilt worden“, so Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian.

Parallel zeigte die Polizei in den Abendstunden in der City Präsenz. Ein halbes Dutzend Einsatzfahrzeuge fand sich gegen 19 Uhr vor dem Rathaus ein, als die Demonstranten geordnet und mit dem nötigen (Corona-)Abstand mit Plakaten über den Platz marschierten. Bereits am Wochenende war es bundesweit zu Protesten in mehreren Städten gekommen. Manchen Teilnehmern gehen die strengen Regeln in der Corona-Krise zu weit. Sie fühlen sich zu sehr in ihrer Freiheit eingeschränkt. „Auch wenn ich nicht grundsätzlich mit allen Inhalten übereinstimme, das gehört für mich zur freien Meinungsäußerung“, kommentiert Oberbürgermeister Frank Meyer den Vorgang in Krefeld. Ein Verantwortlicher für die Veranstaltung konnte nicht ermittelt werden. „Punkt 20 Uhr wurde das Geschehen auf dem Platz durch ein Klatschen in die Hände ausgelöst“, beschreibt Cyprian die Situation.

Als „ruhig“ umschreibt Meyer die Lage im täglich tagenden Corona-Krisenstab der Stadt. „Wir haben in der Stadt auch in sensiblen Einrichtungen im Moment keine Probleme“, ergänzt der Verwaltungschef. Im städtischen Diagnosezentrum an der Schwertstraße sind bisher 5532 Abstriche genommen worden. Insgesamt wurden bisher in der Seidenstadt 556 Personen positiv auf das Coronavirus getestet, drei mehr als am Vortag. 78 sind infiziert, 457 Menschen gelten als genesen, 1651 befinden sich in Quarantäne. Aktuell werden in den Kliniken 18 Erkrankte behandelt, drei liegen auf den Intensivstationen, zwei Betroffene werden künstlich beatmet.

Keine größeren Schwierigkeiten gab es am ersten Tag nach der Öffnung der Restaurants und Gaststätten. Mehr als 400 Betriebe dieser Art gibt es in der Seidenstadt, bis zu 20 unterschiedliche Vorgaben müssen jeweils vor Ort von den Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) kontrolliert werden. „Ich betone noch einmal, dass die Kollegen gerade in diesem frühen Bereich unterstützend und nicht kontrolltechnisch unterwegs sind“, versichert Cyprian. Öffnen darf nach Vorgaben der Landesregierung nur, wer seine Tische und Sitzplätze im Abstand von mindestens 1,5 Metern aufstellt und die Kontaktdaten der Besucher konsequent registriert. Außerdem sind wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen pro Tisch nur Angehörige von maximal zwei Haushalten zusammen erlaubt – also etwa zwei Familien, Paare oder Einzelpersonen. „Es war ein verhaltener Start“, fasst der Dezernent den ersten Tag zusammen.

Die Informationen über die geltenden Auflagen sind nach Aussage zahlreicher Wirte zunächst ein „Wirrwarr“ gewesen. Manche Betreiber von Cafés, Restaurants oder Kneipen lassen sich in Krefeld deshalb auch etwas mehr Zeit: Längst nicht alle Lokale waren Montag geöffnet. Für die Branche bleiben die Sorgen trotz Lockerung groß: Der Gaststättenverband Dehoga rechnet weiterhin mit Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent. Das liege einerseits daran, dass Kapazitäten durch die Abstandsregeln reduziert werden müssten und man außerdem eine „wegen Corona verunsicherte Gästeschar“ erwarte.