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Bettina Lauer aus Lennep: Krimidebüt mit explosiver Story

Bettina Lauer aus Lennep : Krimidebüt mit explosiver Story

Die 48-jährige Lenneperin Bettina Lauer veröffentlicht im Mai ihren Roman „Vergeltung“. Der Lokalkrimi spielt in Remscheid, Wuppertal und in den Wäldern rund um die Wupper-Talsperre.

Ein wenig wie die Jungfrau zum Kind ist die 48-jährige Krimidebütantin Bettina Lauer aus Lennep zum Schreiben gekommen. „Ich arbeite seit 30 Jahren bei einem Kreditinstitut in Wuppertal, habe nie zuvor geschrieben, auch als Jugendliche nicht“, sagt sie schmunzelnd. Und dennoch erschien dieser Tage ihr Erstlingsroman „Vergeltung“ im Bergischen Verlag in Remscheida, dem 12. Juni ist es im Buchandel. Die Idee zu dem Krimi um einen radioaktiven Fund in der Lenneper Altstadt, zwei Bombendrohnungen gegen Wuppertaler Einrichtungen und eine Leiche in der Weite des Bergischen Waldes rund um die Wupper-Talsperre sei ihr gekommen, als sie mit ihrem Mann im April 2017 beim Fest der Freiwilligen Feuerwehr in Lennep gewesen sei. „Da war ein ABC-Messwagen, und da ich grundsätzlich an Menschen und Sachen interessiert bin, bin ich mit den Leuten dort ins Gespräch gekommen“, sagt Bettina Lauer.

Dabei hätte sie erfahren, dass einmal in der Lenneper Altstadt schwache Radioaktivität gemessen worden sei. „Auf dem Heimweg habe ich meinen Mann gefragt: Was wäre denn, wenn dort erhöhte Werte gemessen worden wären?“ Der habe nur lapidar gesagt: „Gute Frage, schreib doch ein Buch!“ Gesagt, getan. Wobei, so schnell sei es dann auch nicht gegangen. „Ich habe ungefähr ein Jahr daran gearbeitet. Von meinem Cousin habe ich Bücher über Schreibtechniken bekommen – ‚Wie lektoriere ich mein Buch selbst?‘ hieß eines, das andere hieß ‚Wie schreibe ich ein Exposee?‘“, sagt die 48-Jährige. Im Frühjahr 2018 sei sie mit dem Rohentwurf fertig gewesen. „Ich habe das Manuskript dann an vielleicht 15 Verlage geschickt, auch an die ganz großen. Mir war von vorneherein klar, dass ich das nicht im Eigenverlag veröffentlichen wollte. Entweder war ein Verlag interessiert – oder eben nicht“, sagt Bettina Lauer. Der Bergische Buchverlag zeigte schließlich Interesse an ihrem Buch.

Sie habe einen Lokalkrimi schreiben wollen, das sei ihr von Anfang an klar gewesen. „Ich möchte die größtmögliche Authentizität haben. Ich will nichts schreiben, von dem ich keine Ahnung habe“, sagt die 48-Jährige. Ein, durchaus drastisches, Beispiel hierfür sei der Leichenfund, den die Romanheldin Tina Blau macht: „Sie findet die Leiche im Wald wegen ihres Geruches. Ich habe in einem Haus gewohnt, in dem jemand verstorben war und nicht gefunden wurde. Ich weiß also genau, wie das riecht“, sagt Bettina Lauer. Auch die korrekte Schilderung der Polizeiarbeit – bei vielen Krimis ja ein oft kritisiertes Manko – habe ihr am Herzen gelegen. „Ich habe eine Freundin, die in Wuppertal als Kriminalkommissarin arbeitet, und die mir sehr viel geholfen hat“, sagt die 48-Jährige aus Lennep. So habe sie etwa erfahren, dass eine Mordkommission nie nur aus dem Ermittler und seinem Assistenten besteht, sondern meist aus bis zu acht Beamten. „Weil das aber zu unübersichtlich geworden wäre, besteht meine Mordkommission aus vier Beamten rund um die Kommissarin Sonja Dicke“, sagt Bettina Lauer.

Schreiben konnte die Neuautorin ausschließlich in ihrer Freizeit. „Es war eine Berg- und Talfahrt in Sachen Motivation. Aber Schreiben ist auf jeden Fall besser als Fernsehen. Man hat die Entwicklung der Figuren selbst in der Hand, das ist toll“, sagt Lauer. Sie sei selbst sehr neugierig gewesen, wie sich die Geschichte entwickelte. „Das lag daran, dass ich keinen echten Plan hatte“, sagt sie lachend. Daher sei sie oft bis kurz vor dem Schlafengehen am Laptop gesessen und habe geschrieben. Ihre Lieblingszeit sei aber morgens zwischen sieben und neun Uhr. „Ich habe einen schönen Schreibplatz, auf den die Morgensonne scheint. Außerdem ist es dann schön ruhig“, sagt Bettina Lauer.

Ein wenig von ihr selbst stecke natürlich schon in ihrer Hauptfigur Tina Blau. „Sie ist sehr neugierig und wissbegierig, das bin ich auch. Und wir lieben beide das Nordic Walking. So entdeckt Tina ja die Leiche auf einer ihrer Touren auch“, sagt Bettina Lauer.