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Remscheid: Gesamtschule nach Corona-Pause wieder geöffnet

Albert-Einstein-Gesamtschule in Remscheid : „Schulen sind keine Corona-Hotspots“

Nach vier Wochen Pause wird an der Albert-Einstein-Gesamtschule seit Montag wieder unterrichtet. Eine erneute Schließung soll verhindert werden.

Die Schülerinnen und Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule haben gestern nach vier Wochen Pause – zwei Wochen Corona-Schließung, zwei Wochen Herbstferien – den Unterricht unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen. Schulleiterin Martina Gathen gab sich am Montagmorgen optimistisch, dass es gelingt, eine erneute Schließung aufgrund von Corona-Fällen und den daraus folgenden Quarantäne-Bestimmungen, zu verhindern. „Ich habe den Eindruck, dass sich vor allem in den Köpfen der Schüler etwas verändert hat“, sagte Gathen.

Das Hygienekonzept der Schule unterscheide sich nicht sonderlich von dem, was auch schon vor vier Wochen galt. Es gibt für das Hauptgebäude, in dem die Schüler ab der siebten bis zur 13. Klasse untergebracht sind, zwei Eingänge. Ein Einbahnstraßensystem will Begegnungsverkehr verhindern. Außerdem existieren für die Jahrgangsstufen extra ausgewiesene Flure.

Im Gebäude gibt es mehr Schilder mit Corona-Hinweisen. Bei der Maskenpflicht im Gebäude und im Unterricht haben die Lehrer eine große Aufmerksamkeit bei allen festgestellt. Die Trennung der Klassen während der Pausen erfordert von den Lehrer mehr Aufsicht. Und alle 20 Minuten öffnen sich die Fenster und Türen in den Klassenräumen. Das Stoßlüften sei in diesem Gebäude kein Problem, sagte Gathen.

Schulen zählen nicht zu den Orten, an denen die Ansteckungsgefahr besonders hoch sei, sagte Carlos Sánchez. Der ehemalige Leiter der Remscheider Sophie-Scholl-Gesamtschule arbeitet bei der Bezirksregierung in Düsseldorf und ist für die Sekundar- und Gesamtschulen als Berater der Aufsichtsbehörde zuständig. „Ich habe mich nirgends sicherer gefühlt als in Schulgebäuden“, sagte Sánchez. Die Ansteckungsgefahr komme aus dem privaten Bereich. Von dort wird es in die Schulen getragen: „Schulen sind keine Hotspots“, sagte Sánchez.

Das deckt sich auch mit den Coronatests der Stadt, die an 600 Schülern vorgenommen wurden, die als Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt wurden. „Wir sind bei dieser Gruppe auf zwei Treffer gestoßen“, sagte Schuldezernent Thomas Neuhaus. Bei der Beurteilung eines Coronafalls an einer Schule werde sich die Stadt dennoch weiter an die Richtlinien des Robert-Koch-Institutes halten. Es kann auch wieder ganze Klassen treffen, die für 14 Tage nach Hause geschickt werden. „Unser Ziel ist es, die Schulen offen zu halten“, sagte Neuhaus. Die Kinder wollen in die Schule gehen und sie brauchen die Schule. Das unterstrich Jutta Harke, die zuständig ist für die fünften und sechsten Klassen in dem Gebäude an der Julius-Spriesterbach-Straße. Claudia Büttner, Sprecherin der Schulpflegschaft, wies darauf hin, dass sich viele Eltern Sorgen machen würden, wenn der Präsenzunterricht ausfällt. Wie kann das Kind den Schulstoff zu Hause lernen? Wer kann ihm helfen, wenn die Eltern überfordert sind?

Die Kommunikation zwischen den Eltern und der Schulleitung sei ein wesentlicher Baustein, um gut durch die Krise zu kommen, betonte Neuhaus. Sánchez lobte die Remscheider Strukturen als vorbildlich. Gathen erinnerte daran, dass auch die Schulsozialarbeiter die Kinder mit ihren spezifischen Problemen begleiten und Lösungen finden. Trotz aller Anspannung entdecken Schüler auch neue Aspekte im Corona-Alltag. Nach zweimaligem Lüften habe ein Schüler gefragt, ob es so etwas wie „Kältefrei“ geben würde.