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Remscheid: 14 Tage Dauerarrest – Verurteilter geht in Berufung

Attacken in Remscheid : 14 Tage Dauerarrest – Verurteilter geht in Berufung

Wenn ein Verurteilter, in diesem Fall ein 20-jähriger Remscheider, gegen eine Strafe von 14 Tagen Dauerarrest in die Berufung geht, vermutet man dahinter eher eine jugendsündige Lappalie als die harten Vorwürfe von Räuberischer Erpressung und Vorsätzlicher Körperverletzung.

Die üblichen Maßstäbe verschwimmen aber, wenn man erfährt, dass es sich bei der Räuberischen Erpressung im August 2018 um das nachdrückliche Schnorren einer Zigarette handeln soll.

Andererseits scheint die Strafe für die Vorsätzliche Körperverletzung bei einer Schlägerei im Hauptbahnhof mit Nasenbeinbruch im Dezember 2018 deutlich zu milde zu sein. Die Verteidigerin will jedenfalls die Berufung gegen den Dauerarrest voll durchziehen. Ihr Argument: Es sei alles ganz anders, ihr Mandant sei es nicht gewesen.

Angeblich soll er spätabends im August 2018 einem gleichaltrigen Mitreisenden nach dem gemeinsamen Ausstieg aus dem Bus am Zentralpunkt nachgestellt haben. Bereits im Bus habe er das spätere Opfer auf eine Zigarette angesprochen, der aber habe – so ein Zeuge – das wegen einer Hörbehinderung nicht zuordnen können. Folge: Er sei niedergeschlagen worden.

Die Zeugen konnten in einem Chaos von sich widersprechenden Aussagen keine wirkliche Aufklärung liefern. Den Niederschlag habe keiner gesehen, der Schwerhörige auch keine Schritte gehört. Deshalb gab es viele Vermutungen bis zu der, dass ein großer Blonder mit kurzen Haaren dem Opfer gefolgt sei. Ein Schwarzhaariger wie der Angeklagte?

Er, so sagt er selbst, wäre in direkter Linie zu seiner Wohnung gelaufen. Die Vernehmungen hatten sich bereits bei der Polizei widersprochen. Aber erst heute schien aufzufallen, dass das Opfer den Fragen des Gerichts akustisch nur eingeschränkt folgen konnte. Weitere Zeugen müssen noch gehört werden. Auch der zweite Fall muss bis zum nächsten Termin am 30. warten.