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Günter Schürmann: Schwarz und Gelb ein Leben lang

Engagement in Remscheid : Schwarz und Gelb ein Leben lang

Seit 67 Jahren ist Günter Schürmann dem BV 10 Remscheid treu. Bei der Matinee des Sports wurde er ausgezeichnet.

Wenn Günter Schürmanns Vater nicht gewesen wäre, dann wäre vielleicht vieles anders gelaufen in seinem Sportleben. Eventuell wäre Günter Schürmann heute nicht Vorsitzender des BV 10 Remscheid, eventuell würde dieser Text dann gar nicht erscheinen.

Günter Schürmann trat als als Zehnjähriger in den BV 10 ein, das war 1953. Schnell wurde er Fußball-Torhüter, er war talentiert, bekam in der Jugend Angebote des höherklassigen VfB Marathon. Es bestand die Möglichkeit, den Verein zu wechseln. Aber auch wenn Schürmann gewollt hätte, ein Wechsel kam nicht infrage. „So lange du die Füße unter meinem Tisch hast, bleibst du beim BV 10“, sagte sein Vater, der lange beim BV 10 Handball spielte, zu ihm, erzählt der 77-Jährige. Also blieb Schürrmann bei seinem Verein, seit 67 Jahren ist er dort aktiv. „Die Vereinstreue habe ich zu Hause eingeimpft bekommen“, sagt Schürmann. Für seine Verdienste rund um den Klub wurde er vor kurzem bei der Matinee des Sports im Teo Otto Theater ausgezeichnet.

Mit 18 Jahren spielte Schürmann in der Ersten Mannschaft, erst Bezirksliga, später Kreisliga. 1970 verließ er das Team, weil er als Exportkaufmann viel unterwegs war und nicht mehr regelmäßig trainieren konnte. Doch Schürmann blieb im Verein aktiv, spielte in der Zweitvertretung und noch bis 1998 bei den Alten Herren. Dann beendete ein Schlaganfall seine sportliche Karriere. Die Karriere als Ehrenamtler im Verein hatte da allerdings schon begonnen.

Schürmann war lange Zeit Sozialwart im Verein, kümmerte sich um Versicherungsfragen des BV 10. 2007 wurde er Erster Vorsitzender. „Ich wollte das eigentlich nur ein bis zwei Jahre machen“, sagt er. Doch er blieb – bis heute. Ein ewiges Thema in seiner Amtszeit ist der Platz des Vereins. 1953, als Schürmann mit dem Fußballspielen anfing, spielte der BV 10 auf einem Sportplatz am Neuenhaus. Der Untergrund damals: Asche. Später zog der BV 10 um, inzwischen spielt der Klub in Neuenkamp. Der Untergrund heute, über 60 Jahre später: Asche. „Das hat uns viele Jugendmannschaften gekostet“, sagt Schürmann. Denn der Untergrund ist unbeliebt, viele Vereine kicken inzwischen auf Kunstrasen.

Der Platz gehört allerdings dem Remscheider SV. Wenn dort Kunstrasen ausgerollt werden soll, müsste die Stadt die Anlage kaufen – für viel Geld. Und so begann in den vergangenen Jahren eine Hängepartie um die Anlage am Neuenkamp, der Ausgang ist immer noch ungewiss. Dabei wäre, so Schürmann, ein besserer Platz existenziell für den BV 10. „Die Auszeichnung für das Ehrenamt hat mich zwar sehr stolz gemacht und war eine große Ehre für mich“, sagt Schürmann, „aber es wäre mir lieber gewesen, wenn sich beim Platz am Neuenkamp etwas verbessert.“

Dort, wo sich Günter Schürmann auch heute noch so oft wie möglich aufhält. Bei Heimspielen oder beim Training, als „Bierbeauftragter“ für die Alten Herren zum Beispiel. Wie lange Schürmann noch Vorsitzender bleiben wird, steht in den Sternen. Er liebäugelt damit, das Amt demnächst abzugeben. Aber nur, wenn sich ein Nachfolger findet. Wenn nicht, dann macht er das, was er schon die vergangenen 67 Jahre gemacht hat: Er bleibt dem BV 10 treu.