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Rhein-Kreis Neuss: SPD stellt Krützen gegen Gröhe

Rhein-Kreis Neuss : SPD stellt Krützen gegen Gröhe

Klaus Krützen tritt an: Der SPD-Kreisvorsitzende fordert als Bundestagskandidat den CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe heraus. Unterstützt wird er von einer neuen Geschäftsführerin: Ulrike Esser-Rehbein.

Klaus Krützen wirft seinen Hut in den Ring. Der Vorsitzende der SPD im Rhein-Kreis hat sich am Mittwochabend gegenüber dem geschäftsführenden Kreisvorstand erklärt. Der 43-jährige Grevenbroicher, der die Hermann-Gmeiner-Schule in Dormagen leitet, tritt als SPD-Kandidat bei der Bundestagswahl im September 2013 an und fordert im Wahlkreis 109 (Neuss I — Dormagen, Grevenbroich, Neuss, Rommerskirchen) den CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe heraus. Auf Anfrage der NGZ mochte Krützen, der sich bis zum Ferienende Bedenkzeit erbeten hatte, nicht bestätigen, dass er sich zur Bewerbung entschlossen hat. Der Respekt vor den Gremien gebiete es, erst parteiintern seine Entscheidung zu kommunizieren.

 Ruth Esser-Rehbein
Ruth Esser-Rehbein Foto: SPD

Unklar bleibt, wen die SPD im Wahlkreis 110 (Krefeld I/Neuss II — Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch, Jüchen und Krefeld-Süd) ins Rennen für den Deutschen Bundestag schicken wird. Der langjährige Abgeordnete Bernd Scheelen (64) hört aus Altersgründen auf. Sein Nachfolger als Krefelder SPD-Chef, Frank Meyer (37), hat erklärt, dass er "definitiv" nicht für den Bundestag kandidiert. Somit ist klar: Die Krefelder überlassen den Genossen im Rhein-Kreis, die mit 77 zu 73 Delegierten eine Mehrheit in der Aufstellungsversammlung besitzen, das Vorschlagsrecht.

 Klaus Krützen (l.) wurde 2009 mit 96,4 Prozent zum neuen SPD-Chef im Rhein-Kreis gewählt; Rainer Thiel ist inzwischen Landtagsabgeordneter. fOTO. aRCHIV/Jazyk
Klaus Krützen (l.) wurde 2009 mit 96,4 Prozent zum neuen SPD-Chef im Rhein-Kreis gewählt; Rainer Thiel ist inzwischen Landtagsabgeordneter. fOTO. aRCHIV/Jazyk Foto: Jazyk, Hans

Doch im Rhein-Kreis ist kein Bewerber in Sicht. Schon wird Kritik laut, der Kreisvorstand habe wertvolle Zeit verstreichen lassen. Den Vorwurf weist Krützen zurück und kündigt an, am 2. Oktober einen Bewerber zu präsentieren. Wie so oft, wenn in der Kreis-SPD ein personelles Vakuum herrscht, wird der Name von Nicole Niederdellmann-Siemes (43) aus Osterath genannt. Sie unterlag zuletzt am 13. Mai bei der Landtagswahl dem CDU-Bewerber Lutz Lienenkämper. Das SPD-Rennen für den Wahlkreis 110 bleibt jedenfalls sehr spannend.

Organisiert wird der Wahlkreis in beiden Wahlkreisen auf jeden Fall von Ruth Esser-Rehbein (44). Die Sozialdemokratin aus Krefeld tritt heute ihre Aufgabe als neue SPD-Geschäftsführerin für die Kreise (Unterbezirke) Neuss und Krefeld an. Sie folgt auf Ingrid Hack (48). Die Kölnerin war am 13. Mai in ihrer Heimatstadt in den Landtag gewählt worden. Esser-Rehbein, die Italienisch, Deutsch und Philosophie studierte, arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Krefelder Büro von Bernd Scheelen MdB. Sie setzte sich als neue Geschäftsführerin auch gegen Mitbewerber aus dem Rhein-Kreis durch. Zu den Interessen gehörte offenbar wiederum Nicole Niederdellmann-Siemes sowie auch Daniel Rinkert (24). Der talentierte Vorsitzende der Grevenbroicher SPD wurde vom SPD-Kreischef Klaus Krützen unterstützt — offenbar ohne Erfolg.

(NGZ/url)