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Neuss: Furth nimmt Abschied von Bluttat-Opfern

Neuss : Furth nimmt Abschied von Bluttat-Opfern

Fernsehkameras hatten gestern Abend Hausverbot, als rund 300 Menschen in einer eindrucksvollen Zeremonie in der St.-Josef-Kirche Abschied nahmen von Saskia Sänger und ihren beiden Kindern nahmen. Sie waren in der vergangenen Woche in ihrer Wohnung an der Kaarster Straße erschossen worden. Haupttatverdächtiger ist der Ehemann und Vater, der seitdem auf der Flucht ist.

"Gott, wir können es nicht fassen", drückte Anke Krughöfer, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde, aus, was viele wohl auch in diese Gedenkfeier geführt hatte. An deren Ende durfte jeder eine kleine Kerze entzünden und vor einem Rahmen voller Bilder aus dem Familienalbum der Opfer aufstellen. Bilder aus glücklicheren Tagen über einem Lichtermeer der Anteilnahme. Und viele Tränen auch auf jungen Gesichtern.

 Zeichen der Anteilnahme: Am Ende der Andacht war der Altarraum ein Lichtermeer. Die ökumenische Feier wurde von Pfarrerin Anke Krughöfer und Pfarrer Hans-Günther Korr (r.) gestaltet.
Zeichen der Anteilnahme: Am Ende der Andacht war der Altarraum ein Lichtermeer. Die ökumenische Feier wurde von Pfarrerin Anke Krughöfer und Pfarrer Hans-Günther Korr (r.) gestaltet. Foto: L. Berns

"Wir hören täglich von Gewalt in aller Welt, aber plötzlich hat die Gewalt Namen", sagte Pfarrer Hein-Günther Korr. "Die Gewalt hat unseren Ortsteil erreicht." Das Entsetzen darüber drückt noch immer ein Blumen- und Kerzenteppich vor dem Haus der Opfer aus, der, so Korr "immer größer und heller zu werden scheint." Korr suchte und fand Worte des Trostes: "Wir fühlen, leiden, trauern, weinen mit Ihnen", versicherte er den Angehörigen. Und schloss überzeugt an: "Die Drei haben beste Chancen, jetzt bei dem Gott des Lebens zu sein."

(NGZ)