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Neuss: Verwaltung bekommt Gegenwind für mehr Gewerbe in Holzheim

Stadtteilbesuch in Neuss : Gegenwind für mehr Gewerbe in Holzheim

Anwohner fürchten durch die Ausweisung neuer Flächen unter anderem zusätzlichen Schleichverkehr im Ortskern.

Die mögliche Ausweisung neuer Gewerbeflächen war eines der Themen einer Bürgerversammlung auf Einladung der Stadt Neuss in Holzheim. Schnell wurde im fast überfüllten Pfarrzentrum deutlich, dass die Holzheimer nicht gewillt sind, alles hinzunehmen; Bürgermeister Reiner Breuer und seine städtischen Mitarbeiter waren kritischem Gegenwind ausgesetzt. Doch er war offensichtlich nicht gekommen, um zum Thema Bereitstellung neuer Gewerbeflächen ungeteilten Beifall zu erhalten. Machte er doch bei allem Werben um Verständnis für die Sorgen der Bürger deutlich: „Es geht um die zukünftige Entwicklung von Neuss. Wenn wir weiterhin unseren Haushalt zum Wohl der Bürger ausgleichen wollen, müssen wir wirtschaftlich erfolgreich sein. Gewerbesteuern sind in diesem Sinne ein wesentliches Standbein.“ Dazu sei es wichtig, interessierten Unternehmen Gewerbeflächen anzubieten. „Doch unsere Reserven gehen zur Neige; nicht alles, was wir vorhaben, wird von der Bezirksregierung genehmigt. Zum Beispiel im Neusser Süden. Daher ist mit Holzheim I am Kreitzweg ein erstes Vorhaben in der Planung“, so der Bürgermeister. Und laut Andreas Galland, Leiter der Neusser Wirtschaftsförderung, schon weitgehend vermarktet. Mit dem Vorrang für in Neuss angesiedelte Unternehmen, wie das in Gesprächen befindliche Unternehmen Haribo/Maoam, das eine Alternative zum bisherigen Standort Moselstraße/Krausenbaum gesucht hat.

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„Alles schön und gut“, so eine erste Reaktion der Bürger zur Vorlage einer groben Skizze der möglichen Erweiterung westlich von Holzheim I mit dem Arbeitstitel Holzheim II. Dazu Vorsitzender Thomas Nickel bei einer kürzlich erfolgten ersten Vorstellung im Bezirksausschuss: „Wir wollen bei aller Akzeptanz von städtischer Gewerbeentwicklung  keine Vergrößerung der geplanten Gewerbeansiedlung. Es liegen zudem zu wenig Fakten vor, welche Auswirkungen die zusätzliche Erweiterung auf Holzheim und Grefrath hat.“

Markus Honermann, stellvertretender Leiter im Planungsamt, spricht davon, dass noch viel planerische Arbeit nötig sei, bis dass Holzheim II konkrete Ergebnisse zeige, die vorgestellt werden können. Politische Beschlüsse seien genauso notwendig wie die Einbindung von Genehmigungsbehörden und Bürgern. „Da sind noch eine Menge Sachverhalte zu prüfen.“ Doch es gebe für das weitere Gewerbegebiet eine Menge positiver Argumente – wie zum Beispiel eine angedachte mögliche verkehrliche Erschließung; es seien zudem keinerlei Beschränkungen, beispielsweise in Bezug auf Altlasten und Grünbelastung, erkennbar.

Ausschlaggebend sei zudem, dass durch die Anbindung an die Autobahn A 46 über einen Kreisel mit Abbiegespur und dem derzeitigen Park-and-Ride-Platz der Ortskern von Holzheim nicht zusätzlich verkehrlich belastet wird. Nach diesem Argument herrschte große Unruhe im Saal, denn das mochten die Bürger nicht so ohne Weiteres glauben. „Die Autobahn ist schon heute kein Problemlöser. Der permanente Stau auf der A46 bringt den Schleichverkehr in den Ortskern. Und nun wollen Sie noch mehr draufpacken?“, lautete eine  kritische Reaktion. Bürgermeister Breuer zeigt sich offen für konstruktive Vorschläge.