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Neuss: Ungarische Altmeister im Kulturkeller

Musikalische Darbietung : Ungarische Altmeister im Kulturkeller

Das „Trio ungarischer Altmeister“ hat die Gäste im Kulturkeller musikalisch verzaubert.

Die vor gut einem Jahr gegründete Deutsch-Ungarische Gesellschaft (DUG) Rhein-Ruhr mit Sitz in Düsseldorf hat zu einem Konzert in den Kulturkeller geladen. Warum gerade da? Da der Präsident der Gesellschaft Peter Heidrich Kaarster ist, kennt er sich in der Neusser Kulturszene bestens aus. Und der Kulturkeller erwies sich – abgesehen von den schlechten Parkmöglichkeiten für Ortsfremde – als geeignete Location.

Konzerte und Lesungen gehören zu den regelmäßigen Veranstaltungen der DUG. Die Vizepräsidentin Elisabeth Szörenyi wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass das konzertierende „Trio ungarischer Altmeister“ im Kulturkeller seine Premiere gab. Alle drei Musiker sind in Ungarn geboren, haben aber Karriere in Deutschland gemacht. Robert Lichter (82) war bis zu seiner Emeritierung Hochschulprofessor für Operninterpretation in Dortmund. Sein Klavierspiel war bis auf zwei kleine Ausnahmen exzellent. János Fasang (72) war bis zu seiner Pensionierung 40 Jahre lang Solofagottist an der Deutschen Oper am Rhein. Dénes Balázs (73) arbeitet noch als Facharzt für Dermatologie. Vor seinem Studium an der Uni Düsseldorf hatte er noch in Ungarn am Konservatorium von Szeged ein Diplom in Klarinette erworben.

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Entsprechend hochkarätig war der Vortrag des Trios, wie schon das erste Werk, das „Menuett aus dem Trio für Klarinette, Viola und Klavier Es-Dur (KV 498) von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte. Es hat den Beinamen „Kegelstatt.Trio“, weil es Mozart am 5. August 1786 „unterm Kegelschieben“ auf 19 Seiten notierte. Die ausgeprägten Viola-Läufe spielte János Fasang auf dem Fagott warm und genau. Neben kurzen, charmant interpretierten Charakterstücken von Modest Mussorgskij, Peter Tschaikowskij, Zóltan Kodály und Robert Schumann, mal für Klarinette, mal für Fagott arrangiert, fanden alle Künstler wieder zusammen im „Trio B-Dur für Klarinette, Violoncello (Fagott) und Klavier“ (op. 11) von Ludwig van Beethoven. Der zweite Satz „Adagio“ gibt Klarinette und Fagott zu ausgiebiger Kantabilität Gelegenheit, eigenwillige und virtuose Variationen im dritten Satz karikieren ein Opernterzett von Joseph Weigl, ein Schlager zur Entstehungszeit des Trios (1798), das deshalb auch den Beinamen „Gassenhauer-Trio“ hat. Für die musikalischen Darbietungen gab es Bravos, natürlich auf Ungarisch: „Hogy volt!“ Zwischen den Musikwerken las der pensionierte Jura-Professor Wilfried Lange aus seiner jüngsten Veröffentlichung „Gesang in den Maisfeldern von Eddyville“ eine Kurzgeschichte über Ernö vor: Der Ungar wandert nach Brasilien aus, träumt aber von seiner Heimat und der Rückkehr.