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Neuss: Norfer Schüler ziehen mit digitaler Mathewand ins Finale von "Digiyou"

Neusser Schule Finalist im digitalen Wettbewerb : Norfer Schüler drehen Mathevideos

Gymnasium ist mit „digitaler Mathewand“ Finalist im Wettbewerb „Digiyou.“

Kann die Erklärung von binomischen Formeln lustig sein? Ein Projekt im Neusser Gymnasium Norf zeigt, wie das gelingt. Dort haben Schüler in kurzen Videos komplexe mathematische Zusammenhänge erklärt und die Ergebnisse auf „digitalen Plakaten“ festgehalten. Zeigt man, mit einem Smartphone ausgerüstet, mit der entsprechenden App auf die Poster, sind die Erklärvideos der Schüler zu sehen. Aus dem Projekt soll langfristig eine digitale Mathewand in der Schule entstehen. Mit der Idee sind die Schüler ins Finale des NRW-weiten Wettbewerbs „Digiyou“ gezogen.

„Lehrer und Eltern erklären anders. Wir wollten die Inhalte in Schülersprache haben“, sagt die 15-jährige Valerie, die an dem Projekt teilgenommen hat. Sieben Plakate mit jeweils einem Video dazu haben sie und ihre Mitschüler erstellt. Neben den binomischen Formeln erklären sie darin etwa das Additionsverfahren und lineare Funktionen. Bei den Drehs haben die Schüler jede Menge Spaß gehabt, die Formeln werden sie so schnell wohl nicht wieder vergessen.

„Wenn ich etwas erkläre und die halbe Klasse schläft ein, weil sie das schon kennt, bringt es nichts“, sagt Stefanie Kühn, die das Projekt ins Leben gerufen hat. So könnten Schüler bei Bedarf einfach aufstehen und sich mit Handy oder Tablet die entsprechenden Inhalte ansehen. Der dynamische Unterricht funktioniert, sagt Kühn, die in Norf nicht nur Mathe lehrt, sondern auch die Digitalisierung vorantreibt. 500 Euro hat die Schule nun bekommen, um das Projekt weiterzuentwickeln. Mit dieser Summe will Kühn die Plakate aus dem Klassenzimmer holen und hinter Plexiglasscheiben für alle im Schulflur zugänglich machen. 15 Schulen sind im Finale des von der NRW.Bank ausgerufenen Wettbewerbs „Digiyou“ vertreten, am 7. März erhalten die drei Gewinner jeweils einen Preis von 1000 Euro.

Doch egal wie es mit dem Wettbewerb weitergeht, das Projekt am Neusser Gymnasium wird fortgesetzt, versichert Kühn. Sie will künftig weitere Klassen einbeziehen, die nach und nach das Wichtigste aus der Welt der Schulmathematik abbilden. Auch Kollegen von anderen Fächern hätten schon Interesse geäußert, sagt Kühn. Valerie und ihre Mitschüler freuen sich darauf. „Das wird perfekt fürs Pauken vor Klassenarbeiten oder für das Abitur“, sagt die 15-Jährige.

Das Gymnasium Norf ist mit 1200 Schülern die größte Schule der Stadt Neuss und Vorreiter bei der Digitalisierung. In einem weiteren Projekt wird aktuell der Einsatz von iPads im Unterricht getestet. Die Schule darf sich darüber hinaus auch dieses Jahr weiterhin „MINT-freundliche Schule“ und „Digitale Schule“ nennen.