RFH in Neuss wächst mit Partnerschaften

Hochschulstandort Neuss : RFH baut Hochschule in Neuss aus

Die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln baut ihre Dependance in Neuss aus. Jetzt wurde eine Partnerschaft mit der Industrie- und Handelskammer geschlossen. Eine Kooperation mit der Stadt Neuss soll folgen.

Im Ringen um kreative Köpfe schärft die Stadt Neuss ihr Profil als Hochschulstandort. Die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln spielt dabei mit ihrer Dependance im Schatten von St. Quirin eine Schlüsselrolle. Zum einen, weil die Stadt eine Kooperationsvereinbarung mit der RFH anstrebt, um den Gründungsstandort zu stärken. An den Details wird gefeilt. RFH-Präsident Martin Wortmann hat die Pläne bereits im Wirtschafts- und Liegenschaftsausschuss vorgestellt. Ziel ist es, Existenzgründung als Studienfach anzubieten.

Einen Schritt weiter ist die RFH bereits mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein: Jetzt wurde eine Kooperationsvereinbarung geschlossen – und im Frühjahr soll der neue Zertifikatsstudiengang „Digital Transformation Management“ starten. Mit starken Partnern positioniert sich die RFH am Hochschulstandort Neuss und baut ihr Portfolio aus.

Was mit „Digital Transformation Manager“ sperrig klingt, schließt an eine bereits jetzt deutlich spürbare Entwicklung an: Die digitale Arbeitswelt wird vieles verändern. Mehr noch: Dieser Prozess findet bereits spürbar statt. Wer erfolgreich in Beruf und Wirtschaftsleben sein möchte, der muss sich mit dem rasanten technologischen Wandel auseinandersetzen. Das Ziel des Zertifikatsstudiengangs: Die Studierenden sollen Trends erforschen, neue Geschäftsmodelle, Innovations- und Finanzierungskonzepte entwickeln, Kommunikationsstrategien erlernen und sich mit ethischen Standards und Qualitäten für die Führung im digitalen Zeitalter beschäftigen. „Der Studiengang bietet zwei aufeinander aufbauende Hochschulzertifikate und den Master of Arts an“, erklärt Werner Bruns, Leiter des zuständigen Instituts. „Für den Erwerb der Zertifikatsabschlüsse gibt es keine Zulassungsvoraussetzungen.“

Das ist die Schnittstelle, die eine Kooperation für die IHK interessant machte. „Dadurch steht der Studiengang auch unseren IHK-Absolventen offen und bietet ihnen die Möglichkeit, gleich drei Zertifikate im Bereich der digitalen Transformation zu erlangen, darunter das IHK-Zertifikat ,Digital Transformation Manager’“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel seien solche Angebote wichtig. Die beiden Partner RFH und IHK wollen dabei auch innovativ vorangehen. Martin Wortmann schwärmt gar von einem „Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft hybrider Ausbildungssysteme“. Aber dieser Weg muss zunächst einmal mit Leben gefüllt werden.

Mit den Zertifikatslehrgängen sollen zum Beispiel Unternehmen, die ihren Fachkräften entsprechende Weiterbildungsangebote anbieten möchten, Master-Studierende und Bachelor-Absolventen angesprochen werden. Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin des IHK-Bereichs Bildung und Fachkräftesicherung, sieht in dem Angebot einen Mehrwert. „Schon jetzt befinden sich in unserer IHK-Seminaren und IHK-Zertifikatslehrgängen zahlreiche Teilnehmer mit akademischen Abschlüssen“, betont sie. Sie sei überzeugt, dass das Angebot auch für die Zielgruppe der Bachelor- und Master-Studierenden interessant sei.

Spannend wird auch, wie sich die angestrebte Partnerschaft zwischen der RFH und der Stadt entwickelt. Dabei soll ein „Institut für Entrepreneurship“ in Neuss etabliert werden. Die Studierenden sollen dabei ein Unternehmen gründen. Kämmerer Frank Gensler macht sich bereits für die Kooperation stark.