Neuss hat mit Bruno Weyand aus der Gilde einen neuen Schützenkönig 2018

Bruno Weyand wird Schützenkönig in Neuss : Endlich wieder ein König aus der Gilde

Drei Bewerber boten der Menge auf der Festwiese einen langen und spannenden Wettkampf, in dem Bruno Weyand siegte.

Zum ersten Mal seit 1998 stellt die Schützengilde mit Bruno Weyand (63) wieder den Schützenkönig der Stadt Neuss. Um 18.56 Uhr am Dienstagabend feuerte der Gastmarschierer des Zuges „Rheinstrolche“ den 35., den entscheidenden Schuss auf den Vogel ab und wurde noch auf der Wiese als Bruno II. proklamiert. Seit 2005 war nicht mehr so viel Munition verbraucht worden. Aber fest steht auch: Lange sah die Menschenmenge auf der Festwiese keinen so spannenden Wettbewerb, in dem am Ende die Mitbewerber Jochem Kirschbaum und Joachim Schoth unterlagen.

Der Erfolg sei schön für Weyand, der seit 1978 der Gilde angehört, aber auch für das Korps, sagte Gilde-Major Stefan Schomburg, der vor dem Nachmittagsumzug dem Bewerber Glück gewünscht hatte. Schomburg: „Es ist ja nicht der sicherste Schütze, sondern der glücklichere, der am Ende gewinnt.“

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Mit Bruno Weyand kommt ein Mann mit vielen Talenten auf den Königsthron. Prinz Karneval der Stadt war er schon in der Session 1987/88, seine Ehefrau Karin (57) die Novesia. Lustig werde es werden, versprach der Ex-Prinz in Königsrobe, „aber ohne die Würde des Amtes zu beschädigen“. Als Gildekönigspaar des Jahres 2015/16 sammelten beide weitere Erfahrungen in einem wichtigen Amt. „Bürgermeister und Schützenpräsident habe ich dann ausgelassen“, sagt Weyand augenzwinkernd, der direkt nach dem schönsten Amt griff, das in der Stadt zumindest nach Meinung der Schützen zu vergeben ist. Das des Schützenkönigs.

Georg Martin, der scheidende Schützenkönig, blieb seiner unkonventionellen Art auch bei seinen Abschiedsworten treu. Er gratulierte mit einem Vergleich aus der Fußballwelt. Die Serie der Schützenlust, die er nach zuletzt drei „Titelgewinnen“ in Serie zum FC Bayern München des Schützenwesens erhob, sei gerissen. Jetzt sei halt die Gilde dran. Aber er dankte für den Wettkampf und empfahl künftigen Bewerbern, bei Auslosung der Schießreihenfolge die Zwei zu ziehen. Für ihn ein Glückslos – und für den Bankkaufmann Bruno Weyand auch.

Gleich nach dem Schießen richtete der neue König das Wort an die Menge. „Die Anspannung war extrem“, bekannte er. Um so größer die Erleichterung. „Ich freue mich auf Euch, freut euch auf mich – und freut euch des Lebens“, sagte er. Aber er deutete im Gespräch auch an: Dem Königsjahr in der Kutsche – „Die Füße schaffen keine sieben Umzüge mehr“ – könnte der Abschied folgen. Oder ein Wechsel zu den Scheibenschützen, in deren Gesellschaft er schon Mitglied ist.

Ob die Menge Joachim Schoth vom Zug „Alttrüscher“ noch einmal an der Vogelstange sehen wird, ließ dieser offen. „Erstmal eine Nacht drüber schlafen.“ Jochem Kirschbaum vom Zug „Schwemmböxges“ aber wird dem gestrigen vierten Versuche notfalls noch zig Anläufe folgen lassen. „Irgendwann kommt meine Chance.“ Gestern verstrich sie, ohne dass er sie nutzen konnte.

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