Weiter Streit und den Weiterbau der B528: Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort diskutieren.

Neukirchen-Vluyner Christdemokraten vermuten Bremser beim Weiterbau : CDU verärgert über B 528-Diskussionen

Der CDU-Fraktionschef von Neukirchen-Vluyn, Markus Nacke, glaubt an ein „falsches Spiel“: Kamp-Lintforts Bürgermeister Landscheidt wolle den Weiterbau kippen.

Das „B“ in B 528 steht für „möglichst bald“ – jedenfalls aus der Sicht von Markus Nacke, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat von Neukirchen-Vluyn. Ein Weiterbau der Bundestraße hin zur B510 sei seit vielen Jahren überfällig, klagt der Christdemokrat. In Rayen, aber auch in Kamp-Lintfort litten täglich tausende Menschen den unzähligen Lastwagen und Autos, die durch ihre Wohngebiete donnern. Darum ärgert sich der CDU-Mann über zwei Sozialdemokraten: Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt und der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider erweckten den Eindruck, sie wollten den Weiterbau „am liebsten ganz verhindern“.

Landscheidt und Schneider hatten die derzeitige Trassenführung für den Weiterbau, im Norden um den Eyller Berg herum, in Frage gestellt. Dieser Verlauf streift Siedlungen in den Kamp-Lintforter Stadtteilen Gestfeld und Geisbruch. Dort befinden sich Schutzgebiete und die Motocross-Bahn. Landscheidt macht sich deshalb für eine Straßenführung im Süden um den Eyller Berg herum stark. René Schneider fragt derzeit im Düsseldorfer Landtag: Würde der Schwenk auf eine neue Trassenführung zu Verzögerungen führen?

„Natürlich tut es das“, sagt Markus Nacke und legt eine Reihe von Unterlagen vor, beginnend mit der Drucksache 948 aus 1998 – die dem Kamp-Lintforter Stadtrat zur Beschlussfassung vorlag. Darin ist auf Seite 4 eine geringere Entlastungswirkung der nun von Bürgermeister Landscheidt ins Spiel gebrachten südlichen Route die Rede.

Ein Artikel der Rheinischen Post vom 1. März 2000 zeigt die damaligen Bürgermeister von Neukirchen-Vluyn, Bernd Böing, und von Kamp-Lintfort, Christoph Landscheidt, vereint über den Plänen. „Wir stimmen hinsichtlich der Linienführung, Planfeststellung und Bauausführung überein“, werden sie zitiert. Selbst als Nabu und BUND den Weiterbau 2013/14 kippen wollten, habe Landscheidt klar zum Projekt gestanden. Dass er nun eine andere Trassenführung verlangt, solle nur von eigenen Versäumnissen ablenken, meint Markus Nacke: „Vermutlich wurden die Hausbauer nicht darauf hingewiesen, wie nah sie an einer künftigen Bundesstraße liegen.“

Bürgermeister Landscheidt weist die „Unterstellungen“ aus der CDU-Fraktion des Nachbarortes zurück. Niemand wolle den Weiterbau der B528 komplett verhindern. Aber nach zwei Jahrzehnten müsse eine einstmals geplante Bundesstraße neu bewertet werden. Nicht mehr und nicht weniger fordere er ein. Es gebe gesetzliche Voraussetzungen für den Bau einer Bundesstraße. Dazu gehöre die Beachtung der „Träger öffentlicher Belange“, also beider Städte. Im Übrigen sei der geplante Trassenverlauf des B528-Weiterbaus selbstverständlich auf allen Plänen ausgewiesen worden. Landscheidt: „Das weiß und wusste jeder.“