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An St. Martinus Rheurdt gründet sich eine franziskanische Vivere-Gruppe

Aschermittwoch in Rheurdt : Gespräche und Gebete in der Fastenzeit

Am Aschermittwoch beginnt die Zeit der inneren Einkehr. Die Rheurdterin Barbara Kopal möchte an der Gemeinde St. Martinus eine franziskanische „Vivere-Gruppe“ installieren. Pfarrer Norbert Derrix lädt zum einwöchigen Fasten ein.

„Vivere“ bedeutet „leben“ und so heißt auch eine Bewegung, die deutschen Franziskaner ins Leben gerufen haben. In vielen Regionen Deutschlands gibt es inzwischen Vivere-Gruppen. „Der Niederrhein ist aber noch ein weißer Fleck“, sagt Barbara Kopal vom Pfarreirat der Gemeinde St. Martinus Rheurdt. Sie möchte das zusammen mit Gleichgesinnten ändern. Für den Beginn sind während der Fastenzeit fünf sonntägliche Treffen in der St.-Hubertus-Kirche geplant. „Bei entsprechendem Interesse wird das eine Dauereinrichtung“, sagt Kopal

Franziskanerpater Johannes vom Kloster Hülfensberg in Thüringen war in Rheurdt, um vorzustellen, worum es geht. „Wir wollen den franziskanischen Gedanken in unsere Fastenzeit-Veranstaltungen aufnehmen“, fasst Kopal das Anliegen zusammen.

Der heilige Franz von Assisi steht für christliche Grundwerte, für ein Leben in Einfachheit, im Einklang mit der Schöpfung, für Frieden, Nächstenliebe und innere Einkehr im Glauben. „Wir wollen unser Leben in den Blick nehmen“, sagt Barbara Kopal. „Wir reden über Gott und darüber, wie man sich im Gebet zurückziehen kann.“ Es gehe auch darum, das Evangelium in den Alltag zu holen. „Man hört es in der Kirche, aber spricht sonst nicht darüber“, erklärt die engagierte Rheurdterin.

Bei den Treffen, die jeweils unter einem bestimmten Thema stehen, werden auch Begebenheiten aus dem Leben des heiligen Franziskus erzählt. Bei einem Termin will Kopal zudem den Dokumentarfilm „Ein Mann seines Wortes“ zeigen, in dem der Regisseur Wim Wenders Papst Franziskus porträtiert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat sich mit der Wahl seines Namens zu den Werten bekannt, die Franz von Assisi predigte.

Pfarrer Norbert Derrix unterstützt die Gründung der Vivere-Gruppe ausdrücklich. Er selbst lädt Interessenten auch dazu ein, gemeinsam mit ihm eine Woche lang zu fasten. „Wassertrinken ohne Ende, aber nichts Festes zu sich nehmen“, lautet die Devise, nach der Derrix in der Vergangenheit schon des Öfteren zeitweise gelebt hat, auch zusammen mit anderen. „In der Gemeinschaft macht es mehr Spaß“ sagt er.

Wer in der Gruppe fasten möchte, sollte am Aschermittwoch, 6. März, 20 Uhr, zu einem Info-Treffen ins Schaephuysener Pfarrheim, Pastoratsstraße 1, kommen. Während der Fastenwoche vom 10. bis zum 15. März trifft sich die Gruppe dann jeden Abend um 19 Uhr im Pfarrheim, um Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen. „Nach drei Tagen hat man keinen Hunger mehr, aber jede Menge Appetit“, sagt Derrix aus Erfahrung.

Am 16. März gegen 18 Uhr, nach der Messe, wird gemeinsam das Fastenbrechen begangen. „Ich fange nach der Woche mit einem Apfel an.“ Wer mitfasten möchte, sollte allerdings gesund sein und im Zweifel vorher einen Arzt konsultieren, rät Derrix.

Auch wenn es in erster Linie um das Entschlacken des Körpers geht, soll mit dem Fasten aber auch ein ein geistiger Impuls einhergehen. „Wir beten auch zusammen“, sagt der Pfarrer. Zudem möchte er die Verfolgung von Christen in heutiger Zeit thematisieren. Und: Fasten gehe idealerweise mit Muße und Ruhe einher.

Fasten, das bedeute, dem Stress und der Hektik des Alltags zu entsagen.

„Überlegen Sie ,eventuell auch auf andere Dinge zu verzichten, beziehungsweise Dinge, die Sie immer mal tun wollten, auch zu tun“, schlägt Derrix vor. „Beispiel: Kein Fernsehen, aber lesen.“