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Nettetal: Selbst etwas erfahren

Nettetal : Selbst etwas erfahren

Sich einmal in die Situation behinderter Menschen hineinversetzen, beispielsweise das Leben aus der Perspektive eines Rollstuhlfahrers erleben, war Teil eines Aktionstages.

"Wir wollen anderen Denk- und Handlungsanstöße geben", erklärte Initiator Michael Weber. Wie es zum ist, nicht mehr auf beiden eigenen Füßen zu stehen, erlebte Judith Nerlinger. Sie ließ sich von der Nettetaler Firma Aktiv-Medical Paar Prothesen-Füße unter ihre eigenen Füße schrauben. "Das ist ein ganz komisches Gefühl", sagte sie bei ersten Gehversuchen, bei denen sie gestützt werden musste. Sie war vollkommen verunsichert.

Peter Mevissen saß erstmals im Rollstuhl. Als er eine Linkskurve bewältigte, merkte er, dass er nicht nur Kraft sondern auch Geschicklichkeit braucht. Auf dem Parcours des Behinderten-Sportvereines lenkte er den Rollstuhl über und durch Hindernisse. Mitglieder des Malteser Hilfsdienstes vermittelten den Transport im Rollstuhl und drehten mit ihnen eine Runde durch Lobberich. Therapiehund Pepe zeigte, was er kann. Er begleitete Rollstuhlfahrer sicher über die Straße. Am Stand der Gemeinschaftsgrundschule Kaldenkirchen "erfühlten" sich Besucher unterschiedliche Materialien "erfühlen". Doris Kättner vom Verein Kindertraum, die die Offene Ganztagsschule betreut und Lehrerin Meike Schiffer gaben Hilfestellungen. In vielen Gesprächen mit behinderten Menschen wurden Berührungsängste abgebaut, "sie beruhen nur auf Unwissenheit und Unsicherheit", so Michael Weber.

(ivb)