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Nettetal: Gesamtschule erweitern

Nettetal : Gesamtschule erweitern

Die CDU-Fraktion im Nettetaler Stadtrat will die Gesamtschule um zwei auf sechs Züge erweitern. Dafür verzichtet sie auf die Gründung einer Sekundarschule. Andere Schulformen sollen möglichst lange erhalten bleiben.

Die Gesamtschule Nettetal soll nach dem Willen der CDU um zwei auf künftig sechs Züge erweitert werden. Gleichzeitig erteilt sie der auf Landesebene im Schulkonsens auch mit der CDU entwickelten Sekundarschule für Nettetal eine Absage. Haupt- und Realschule sowie Gymnasium sollen als Schulform erhalten werden. Den Antrag soll der Schulausschuss bereits in seiner nächsten Sitzung, die für den 14. Juni geplant ist, beraten.

Seit Jahren muss die Gesamtschule stets mehr als die Hälfte der dort angemeldeten Kinder abweisen, weil sie jeweils nur 120 Schüler in vier Zügen aufnehmen darf. "In einer Erweiterung der gut etablierten und erfolgreich arbeitenden Gesamtschule" sehe die Union "die beste und ehrlichste Antwort auf die Frage, wie wir in Nettetal dem Schulwahlverhalten der Eltern und der Schulwahlfreiheit insgesamt besser als jetzt entsprechend können", erklärt die CDU.

Klausur der Fraktion

Fraktion und Parteispitze hatten in einer Klausur mit Bürgermeister Christian Wagner und den Beigeordneten Armin Schönfelder und Susanne Fritzsche das Thema diskutiert. Mit dem Antrag schließe die CDU nun einen "sehr gründlichen Meinungsbildungsprozess verantwortungsbewusst ab", erklärt Parteivorsitzender Jürgen Boyxen, zugleich schulpolitischer Sprecher.

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Die CDU will mittel- und langfristig auf jeden Fall in Nettetal Gymnasium, Realschule und Gesamtschule erhalten. Nicht zu beurteilen sei, ob auch eine Hauptschule langfristig überleben werde. Ab dem Schuljahr 2013/2014 soll die Hauptschule Lobberich keine neuen Schüler mehr aufnehmen. "Auf jeden Fall steht die Gesamtschule verstärkt in der Pflicht, ihrem integrativen Anspruch entsprechend Hauptschüler aufzunehmen und zu fördern", erklärt die CDU-Fraktion.

Sie komme am Ende eines Abwägungsprozesses "zum Schluss, dass die Vorteile bei der Erweiterung der Gesamtschule deutlich überwiegen", sagt Boyxen. Eine Alternative wäre die Einrichtung einer Sekundarschule ohne Oberstufe gewesen, in der Realschule und Hauptschule aufgehen. Dies entspräche allerdings nicht dem Willen vieler Eltern, ihr Kind in der Gesamtschule anmelden zu können. Außerdem wären die Auswirkungen auf die Oberstufe des Werner-Jaeger-Gymnasiums nicht abzusehen.

Die Verwaltung soll, dies fordert die Union, die organisatorischen Schritte und die finanziellen Anforderungen zur Erweiterung der Gesamtschule prüfen und einen beschlussreifen Vorschlag ausarbeiten. Die CDU-Fraktion will die Gesamtschule erweitern, ohne große Investitionen auszulösen, die vor dem Hintergrund der sinkenden Schülerzahlen nicht vertretbar wären. Ende vergangenen Jahres hatte die CDU-Fraktion dazu einen umfangreichen Fragenkatalog an die Verwaltung gerichtet, der sämtliche Aspekte und Auswirkungen zur Entscheidung über die Schullandschaft umfasste.

(RP/rl)