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Nettetal: Koffieshop will sich neuer Regel nicht fügen

Nettetal : Koffieshop will sich neuer Regel nicht fügen

Es hat sich herumgesprochen unter deutschen Kunden, dass in den südniederländischen Grenzprovinzen seit dem 1. Mai kein Haschisch oder Marihuana mehr an Ausländer verkauft werden darf.

Der Doppel-Koffieshop "Oase" und "Roots" am Bevrijdingsweg lag am Dienstag wie ausgestorben da. Der Betreiber hat den Laden geschlossen, die Stadt Venlo vergibt hier keine neue Konzession mehr. Über den Drogenpfad vom Bahnhof Kaldenkirchen hierher wird bald Gras wachsen.

Anders aber in der Innenstadt. Nach einem Bericht der Venloer Tageszeitung "Dagblad voor Noordlimburg" will der Betreiber von "Nobody's Place" die Behörden herausfordern und sich nicht an die neuen Regeln halten — auch wenn er sie am Maifeiertag einhielt. Inhaber Peter Schneider (55) will dem Beispiel des Maastrichter Koffieshops "Easy Going" folgen und auch an Ausländer verkaufen. Die Gemeinde werde ihn vermutlich zunächst verwarnen und den Laden dann für einen Monat zwangsweise schließen. Schneider will es auf einen Prozess ankommen lassen.

Am Dienstag war der sonst gut besuchte Koffieshop, in dem 23 Mitarbeiter tätig sind, wie ausgestorben. Bis zwei Uhr mittags seien nur sechs Kunden dagewesen, die bedient wurden, berichtet das Dagblad. Seinen Widerstand gegen die neue Regelung begründet Schneider unter anderem damit, dass der illegale Drogenhandel in Venlo neu aufblühen werde. So genannte Drugsrunners, die ständig Passanten mit Angeboten ("Brauchst du Hasch?") belästigten, würden jetzt wieder aktiv werden. Die Kriminalität werde deutlich zunehmen.

Den ausländischen Kunden rät Schneider, auf europäische Ebene Gerichtsverfahren wegen Diskriminierung anzuzetteln.

(RP)