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Nettetal: Mittendrin im prallen Leben

Nettetal : Mittendrin im prallen Leben

Das Kompetenznetzwerk "Schlag auf Schlag" feierte eine erfolgreiche Premiere mit einer Veranstaltung, die Barrieren einreißt und Ängste abbaut. Michael Weber will im kommenden Jahr wieder den Aktionstag organisieren.

"Das Wetter hat uns zwar einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber insgesamt waren die Resonanz groß und das Interesse da. Die Veranstaltung schreit förmlich auch nach ihrer Fortsetzung im nächsten Jahr", sagte Michael Weber am Samstagnachmittag. Die Premiere des "1. Nettetaler Tag der Behinderten" hatte auch der Dauerregen nicht wirklich beeinträchtigen können. Akteure und Besucher erlebten einen ereignisreichen Tag, der das Ziel, Schwellenängste im Umgang mit behinderten Menschen abzubauen, erreichte.

 Es ist nicht leicht, einen Rollstuhl sicher durch einen Parcours zu lenken – und das auch noch bei strömendem Regen.
Es ist nicht leicht, einen Rollstuhl sicher durch einen Parcours zu lenken – und das auch noch bei strömendem Regen. Foto: Busch, Franz-Heinrich sen.

Das Kompetenznetzwerk "Schlag auf Schlag" hatte den Aktionstag gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten Dagmar Tohang vorbereitet. Er machte auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam und verdeutlichte, dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können. Dazu war ein abwechslungsreiches und informatives Programm vorbereitet worden.

 Ungefilterte gute Laune versprühte und erlebte "Achnes Kasulke" bei ihrem Auftritt im Aktionszelt: Vor allem behinderte Zuschauer machten leidenschaftlich mit beim Singen, Schunkeln und Tanzen.
Ungefilterte gute Laune versprühte und erlebte "Achnes Kasulke" bei ihrem Auftritt im Aktionszelt: Vor allem behinderte Zuschauer machten leidenschaftlich mit beim Singen, Schunkeln und Tanzen. Foto: Busch

Hürden niederlegen

 In der "Dorenburg-Bauhütte" des Vereins Kindertraum zeigten behinderte Mitarbeiter, wie fachkundig sie den historischen Baustoff Lehm verarbeiten.
In der "Dorenburg-Bauhütte" des Vereins Kindertraum zeigten behinderte Mitarbeiter, wie fachkundig sie den historischen Baustoff Lehm verarbeiten. Foto: Busch, Franz-Heinrich sen.

"Jede Barriere ist eine zu viel" stand inhaltlich über dem Stand und über jede Aktion. "Barrieren", die behinderten Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erschweren, werden nicht nur als Hürden im wörtlichen Sinn verstanden, es ging auch um gleiche Bildungs- und Berufschancen, um Rehabilitationsangebote und Teilhabe am kulturellen und sportlichen Leben in der Stadt.

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Das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) präsentierte Produkte ihrer Werkstatt vor und zeigte dazu einen Arbeitsplatz. Der Nettetaler Verein Kindertraum hatte seine "Dorenburg-Bauhütte" vom Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath nach Lobberich gebracht. Jan Barendsma, leitender Pädagoge des Projekts, präsentierte mit behinderten Mitarbeitern eine fachgerecht restaurierte Karre und demonstrierte den Bau einer Backsteinmauer. Beim "Lehm-Zielwurf" konnten Freikarten für das Dorenburg-Museum gewonnen werden.

"Ziel ist es, auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen", so auch Norbert Killewald, Behindertenbeauftragter des Landes und Schirmherr der Veranstaltung. Er war nicht gekommen, dankte aber in einem Brief Organisator Michael Weber und seinem Team. So informierten Vereine und Verbände über ihre Arbeit in der Region, Behinderte und Nichtbehinderte kamen locker ins Gespräch. Mit welcher unbändigen Lebenslust behinderte Menschen aufwarten, zeigte sich im Aktionszelt. Die Kaldenkirchenerin Achnes Kasulke (Annette Esser) verbreitete als "Putzfrau mit Kittel und Wisch-mopp" großartige Stimmung, sie tanzte und schunkelte mit behinderten Zuschauern. Susanne Loers machte Florian Silbereisen und DJ-Ötzi stimmlich gehörig Konkurrenz. Rosi Eichhorn und Josef Porschen (Lebenshilfe) brachten mit ihrem Hit "Einfach ideal ist unser Nettetal" das Zelt zum Beben.

FRAGE DES TAGES

(ivb)